Finanzkreise: Allianz vermeidet durch Verkäufe erneuten Milliardenverlust - DER SPIEGEL
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Finanzkreise Allianz vermeidet durch Verkäufe erneuten Milliardenverlust

Die Münchener Allianz hat 2003 nach Angaben aus Finanzkreisen etwa 1,6 Milliarden Euro nach Steuern verdient. Nur durch den Verkauf ihres Beiersdorf-Aktienpakets habe die Assekuranz den zweiten Konzernverlust in Folge vermeiden können.
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Frankfurt am Main - Das Geschäftsfeld Schaden-/Unfallversicherungen verzeichnete von der Agentur Reuters zitierten Kreisen zufolge die höchsten Gewinne, während die Dresdner Bank das Konzernergebnis erneut mit einem Milliarden-Verlust belastete. "Unter dem Strich, also nach Steuern und Anteilen Dritter, kommen für den Konzern ziemlich genau 1,6 Milliarden heraus", hieß es aus den Kreisen, die sich auf die vorläufige Fassung des Allianz-Geschäftsberichts beriefen. 21 von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen Nettogewinn von 1,975 Milliarden Euro erwartet.

Die Allianz lehnte einen Kommentar zu den Geschäftszahlen ab und verwies auf die für Donnerstagmorgen geplante Bekanntgabe des Ergebnisses. Die Aktien der Allianz   lagen am späten Nachmittag 2,3 Prozent bei 92,05 Euro im Plus. Die Zahlen werden am Mittwoch noch vom Aufsichtsrat diskutiert. Die Aktien der Allianz gaben in den letzten Minuten des Computerhandels Xetra den größten Teil ihrer Tagesgewinne ab und schlossen 0,84 Prozent im Plus bei 90,76 Euro.

Nach früheren Angaben hatte die Allianz im Schlussquartal 2003 aus dem Verkauf des 40-prozentigen Anteils am Hamburger Kosmetikhersteller Beiersdorf   einen Reingewinn von etwa 2,8 Milliarden Euro verbucht. 2002 hatte der Konzern - erstmals in seiner Geschichte - wegen hoher Verluste der Dresdner Bank und Abschreibungen auf Beteiligungen einen Verlust von 1,167 Milliarden ausgewiesen.

Dresdner brennt erneut Loch in die Bilanz

Das Segment Banking - also im Kern die Dresdner Bank - schlug den Angaben zufolge mit einem Nettoverlust von rund 1,3 Milliarden Euro zu Buche. "Die Dresdner ist und bleibt das Sorgenkind, sie hat aber einen beachtlichen Swing hingelegt", sagte ein mit dem Zahlenwerk Vertrauter. Der operative Verlust liege noch zwischen 200 und rund 400 Millionen Euro. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug nach Angaben aus den Finanzkreisen 2003 etwa eine Milliarde Euro nach 2,241 Milliarden Euro im Vorjahr.

Die Allianz habe im Gesamtkonzern 2003 eine Steuerlast in der Größenordnung von 130 Millionen Euro und Fremdanteile am Ergebnis von knapp 800 Millionen, so dass aus der normalen Geschäftstätigkeit ein Gewinn von etwa 2,5 Milliarden Euro anfalle. Das entspricht in etwa den Analysten-Prognosen von 2,522 Milliarden Euro.

Die Aktionäre können auf eine unveränderte Dividende von 1,50 Euro pro Anteilsschein hoffen. "Da steht noch nichts fest, aber Dividendenkontinuität ist das Ziel - 1,50 Euro also die Richtgröße", hieß es. Der Aufsichtsrat der Allianz wird den Jahresabschluss und den Dividendenvorschlag am Mittwoch diskutieren.

Der Bereich Schaden/Unfall war das einzige Geschäftsfeld mit einem positiven Ergebnisbeitrag nach Steuern und Fremdanteilen und verdiente dem vorläufigen Geschäftsbericht zufolge etwa 4,5 Milliarden Euro. Die Vermögensverwaltung war mit etwa 270 Millionen im Minus, das Segment Leben/Krankenversicherung blieb wegen Steuern und Drittanteilen ebenfalls noch knapp rot mit etwa 50 Millionen Euro. Die Netto-Beitragseinnahmen seien auf rund 56 Milliarden Euro gestiegen, was also knapp unter den Analysten-Erwartungen von 56,626 Milliarden Euro lag. In der Konsolidierung - also der Verrechnung interner und nicht zuzuordnender Leistungen - fiel ein Verlust von etwa 1,3 Milliarden Euro an.