Finanzkrise: Allianz kassiert Gewinnziel - DER SPIEGEL
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Finanzkrise Allianz kassiert Gewinnziel

Die Finanzkrise trifft die Allianz mit voller Wucht. Die Assekuranz nimmt ihre Gewinnprognose zurück. Auch beim US-Versicherungsgiganten AIG hinterlassen die globalen Marktturbulenzen deutliche Spuren in der Bilanz.
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Münchnen/New York - Die Allianz verabschiedet sich von ihren Gewinnvorhersagen. Wegen der anhaltend schwierigen Marktbedingungen könne man das 2006 gesetzte Ziel einer durchschnittlichen operativen Ergebnissteigerung von zehn Prozent bis 2009 nicht aufrecht erhalten, teilte das Unternehmen überraschend am Mittwochabend mit.

Im zweiten Quartal verhagelten die Verluste der Dresdner Bank der Allianz erneut die Bilanz. Mit 566 Millionen Euro fiel das operative Quartalsminus des Geldkonzerns sogar noch höher aus als von Analysten befürchtet. Ein Jahr zuvor war noch ein operativer Gewinn von 427 Millionen Euro erwirtschaftet worden. Damit schrieb die Bank im dritten Quartal in Folge tief rote Zahlen.

Allianz-Chef Michael Diekmann rechnet nicht mit einer schnellen Besserung der Lage. "Wir erwarten auch für 2009 ein Anhalten dieser schwierigen Marktbedingungen", sagte Diekmann. "In diesem Umfeld ist eine verlässliche Ergebnisprognose insbesondere im Bankgeschäft nicht möglich", erklärte er mit Blick auf die Allianz-Tochter Dresdner Bank.

Bei einem Anhalten der Finanzkrise stellt sich Europas größter Versicherungskonzern auf weitere Abschreibungen ein. Sollte das Kursniveau um zehn Prozent nachgeben, wären Wertberichtigungen von 800 Millionen Euro fällig, sagte Allianz- Finanzvorstand Helmut Perlet.

Verluste im Lebensversicherungsgeschäft

Unter der Finanzmarktkrise litt auch das Lebensversicherungsgeschäft der Allianz. Das operative Ergebnis des Bereichs Lebens- und Krankenversicherung ging wegen der rückläufigen Kapitalmarktentwicklung um 7,3 Prozent auf 703 Millionen Euro zurück. Im Bereich Vermögensverwaltung schrumpfte der Gewinn um 13,5 Prozent auf 325 Millionen Euro. Hier drückte vor allem der starke Euro auf das Ergebnis.

Konzernweit schmolz der Überschuss um 28 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis sank um 36 Prozent auf 2,1 Milliarden Euro, die Umsätze schrumpften um 10 Prozent auf 22 Milliarden Euro. "Das schwierige Marktumfeld hat die Ergebnisse im zweiten Quartal belastet", sagte Diekmann. "Aber die Kennzahlen des Unternehmens bleiben stark und wir haben ein solides Ergebnis erreicht.

Eine neue Gewinnprognose wagte die Allianz wegen der Unsicherheiten bei der Dresdner Bank nicht. Nur ohne die Tochter wollte Diekmann eine Vorhersage treffen. In den Bereichen ohne die Bank rechne er im laufenden und im kommenden Jahr mit einem operativen Ergebnis von mindestens neun Milliarden Euro, sagte der Allianz-Chef. Er gehe davon aus, dass das Versicherungs- und Vermögensverwaltungsgeschäft stabil genug sei, um dieses Ziel zu erreichen.

Milliarden-Verluste bei AIG

Auch der US-Versicherungsriese American International Group (AIG) ist von der Finanzkrise betroffen. Der Konzern steckt weiter tief in den roten Zahlen. Im zweiten Quartal verbuchte AIG mit einem Minus von 5,4 Milliarden Dollar den dritten hohen Verlust in Folge. Erst im Juni hatte der Versicherer wegen der massiven Probleme den Chef ausgewechselt.

Das Minus von AIG fiel weit höher aus als von Experten erwartet. Ein Jahr zuvor hatte der weltgrößte Versicherer noch einen Gewinn von 4,3 Milliarden Dollar erzielt. Der Konzern nahm nun erneut Abschreibungen von mehr als 5,5 Milliarden Dollar vor. Der weiter schwache US-Häusermarkt, die Kreditkrise und die Börsen-Turbulenzen hätten klar auf das Ergebnis durchgeschlagen, hieß es in einer Mitteilung vom Mittwochabend nach US-Börsenschluss.

suc/ssu/AFP/dpa-AFX/ddp/Reuters

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