Finanzkrise EZB-Präsident gibt Entwarnung
Frankfurt am Main - Nach Einschätzung von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet beginnt sich die Lage auf den internationalen Kapitalmärkten, die von der US-Immobilienkrise in erhebliche Unruhe versetzt worden sind, wieder zu normalisieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) habe dem Markt die nötige Liquidität zur Verfügung gestellt und damit die Rückkehr zu einem ordentlichen Funktionieren ermöglicht, sagte Trichet in einer heute verbreiteten Erklärung.
Zugleich rief er alle Akteure auf, die in den vergangenen Tagen gezeigte Gelassenheit beizubehalten, die sehr effektiv gewesen sei.
Trichet sprach von einer Phase der Nervosität auf den Finanzmärkten, die gekennzeichnet sei von großen Schwankungen und einer "beträchtlichen Neueinschätzung von Risiken". In gewisser Hinsicht könne die Entwicklung als eine "Normalisierung der Preisfindung von Risiken" gedeutet werden.
Wenige Stunden zuvor hatte die EZB den Finanzmärkten erneut 7,7 Milliarden Euro zur Verfügung gestellt und damit ein deutliches Signal der Entspannung ausgesendet. Die Geldspritze war deutlich geringer als in den Tagen zuvor, als die EZB in drei Schritten den Geschäftsbanken zur kurzfristigen Kapitalversorgung insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro bereitstellte.
Der deutsche Aktienmarkt erholte sich heute im Handelsverlauf von seinen früheren Verlusten und pendelte am Nachmittag um den Vortagesschluss. Börsenbeobachter sagten, die Signale der EZB hätten Entspannung in den Markt gebracht, die durchwachsenen Konjunkturdaten aus den USA hätten dagegen kaum Einfluss gehabt.
kaz/AP/dpa