Finanzkrise: Glos warnt vor Börsen-Panik - DER SPIEGEL
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Finanzkrise Glos warnt vor Börsen-Panik

Trotz der Talfahrt an den internationalen Börsen: Bundeswirtschaftsminister Michael Glos äußerte sich zuversichtlich zur konjunkturellen Entwicklung und warnte vor einer übertriebenen Panik. Dies führe nur zu Kollateralschäden, was niemand wolle.
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Berlin - Bundeswirtschaftsminister Michael Glos hat angesichts der schweren Verluste an der Frankfurter Börse vor einer übertriebenen Panik gewarnt. "Natürlich gibt es da schon Anlass, nervös zu werden", erklärte Glos dem ZDF mit Blick auf den größten prozentualen Tagesverlust am Deutsche Aktienindex (Dax) seit den Terror-Anschlägen in den USA am 11. September. Man müsse aber nur auf die Fakten schauen, um zu sehen, dass die deutsche Volkswirtschaft gut aufgestellt sei, fuhr der CSU-Minister fort.

Auch die großen Schwellenländer würden ein gesundes Wachstum aufweisen. "Ich sehe nicht, dass wir zu einer raschen, durchgreifenden Depression kommen, sondern ich sehe Wachstumschancen für die Weltwirtschaft", sagte Glos. Einem Notpaket der Bundesregierung - ähnlich dem von US-Präsident George W. Bush geplanten Konjunkturprogramm - erteilte der Minister eine Absage. Dafür gebe es derzeit noch keinen Grund. Schließlich seien in Deutschland nur ganz wenige Banken von der Krise betroffen. Die meisten Großbanken seien dagegen in Ordnung. Wenn sich die Lage aber dennoch verschlechtern sollte, würde er in erster Linie an Steuersenkungen denken, um der Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

Der Minister betonte, dass Deutschland wirtschaftspolitisch seine " Hausaufgaben gemacht" habe und ein attraktiver Investitionsstandort bleibe. Er warnte allerdings vor gesetzlichen Mindestlöhnen und zu großen Verteilungsspielräumen. Insgesamt müsse man "die Menschen vor panischen Reaktionen warnen", denn das Ersparte sei bei den Banken sicher. Und den Börsianer müsse man sagen: "Die Börse ist keine Einbahnstraße." Laut Deutscher Presse-Agentur will die Bundesregierung jedoch wegen der größeren Konjunkturrisiken ihre Wachstumsprognose für 2008 von 2,0 auf 1,7 Prozent reduzieren. Glos legt am kommenden Mittwoch den Jahreswirtschaftsbericht vor.

Der Dax, das Kursbarometer für die 30 deutschen Top-Aktien, war am Montag bis Handelsschluss um 7,1 Prozent auf 6790 Punkte abgestürzt. Einige Börsianer sprachen von einem "Schwarzen Montag". Als Grund wurden zunehmende Sorgen vor einer Rezession in den USA und daraus resultierende Gefahren für die Weltwirtschaft angeführt.

cjp/Reuters/AP/dpa