Finanzkrise: Krise schadet Osten stärker als erwartet - DER SPIEGEL
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Finanzkrise Krise schadet Osten stärker als erwartet

Dramatischer Einbruch beim Stellenangebot, deutliches Minus im verarbeitenden Gewerbe - das Institut für Wirtschaftsforschung warnt: Die Wirtschaft in Ostdeutschland hat stärker als befürchtet mit den Folgen der weltweiten Wirtschaftskrise zu kämpfen.
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Hamburg - Die ostdeutschen Bundesländer sind von der globalen Finanzkrise stärker betroffen als zunächst angenommen. Der weltweite Nachfrageeinbruch setze vor allem dem verarbeitenden Gewerbe als bisherigem Wachstumsführer immer stärker zu. So lautet die jüngste Einschätzung des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), die in der kommenden Woche veröffentlicht wird.

Monteur in Görlitz: Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion

Monteur in Görlitz: Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion

Foto: Matthias Rietschel/ AP

In dem der "Leipziger Volkszeitung" vorliegenden Papier sagen die Fachleute für die Industrie in diesem Jahr einen Rückgang von mehr als 15 Prozent voraus. Insgesamt werde die Produktion 2009 um 4,5 Prozent sinken und damit unter den Stand von 2006 zurückfallen.

Auch die ostdeutschen Ausfuhren stiegen 2008 mit sieben Prozent nur noch halb so stark wie in den vorangegangenen fünf Jahren. Die neuen Länder seien von der Krise voll erfasst, sagte IWH-Ost-Experte Udo Ludwig der Zeitung. Dennoch werde es keinen Dammbruch geben. Hätte eine derartige globale Rezession die ostdeutschen Wirtschaft vor zehn Jahren getroffen, wären die Folgen weitaus dramatischer gewesen.

Der kräftige Rückgang der gesamtwirtschaftlichen Produktion hat laut IWH inzwischen den ostdeutschen Arbeitsmarkt erreicht. So setzte sich der Abwärtstrend bei der Zahl der Erwerbstätigen 2009 fort. Allein im ersten Quartal verloren weitere 36.000 Beschäftigte ihren Job.

Insgesamt ist laut IWH-Einschätzung das Stellenangebot in der ostdeutschen Wirtschaft dramatisch eingebrochen. Es habe 2008 rund 18 Prozent unter dem Vorjahresniveau gelegen. Für die zweite Jahreshälfte sagen die Hallenser Experten eine weitere deutliche Verschlechterung voraus.

Viele Unternehmen, die zur Kurzarbeit übergegangen seien, müssten nun ihren Personalbestand anpassen. Die Arbeitslosenquote werde von 13,3 Prozent im vergangenen Jahr auf 14 Prozent zunehmen. Würde die Zahl der Pendler in die alten Länder - 2008 waren es rund 400.000 - mit hinzugerechnet, fehlten in Ostdeutschland mehr als 1,65 Millionen Arbeitsplätze.

wit/dpa