Finanzkrise Post will Verkauf der Postbank verzögern
Frankfurt am Main - Für Hast und Eile sieht Frank Appel keinen Grund: "Es stimmt: wir brauchen Klarheit. Aber Klarheit kann auch bedeuten, auf absehbare Zeit nicht zu verkaufen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Post der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Für einen Verkauf gebe es möglicherweise bessere Zeiten als die Phase einer Finanzkrise, die praktisch alle potentiellen Interessenten in Mitleidenschaft gezogen habe.
"Ich bin nicht unter Handlungsdruck. Das Geschäft der Postbank läuft gut. Es gibt keinen Grund, sie in Hast und Eile oder gar unter Wert zu verkaufen", sagte Appel weiter. Entschieden sei noch nichts. Man befinde sich noch in der "Beratungsphase".
Auch durch den Bund, dessen Vetorecht bei einem Verkauf der Bank zum Jahresende ausläuft, sieht sich Appel nicht unter Druck gesetzt. "Die Interessen des Bundes müssen ebenso berücksichtigt werden wie diejenigen der übrigen Aktionäre mit ihrem Kapitalanteil von rund 70 Prozent", betonte er.
In der Vergangenheit hatte es immer wieder Berichte gegeben, dass die Bundesregierung auf einen schnellen Verkauf der Banktochter dringe und sogar versuchen werde, einen Wunschpartner für die größte deutsche Privatkundenbank durchzusetzen. Als Favorit wurde die Commerzbank genannt.
Mit rund 15 Millionen Klienten ist die Postbank das größte Einzelinstitut in Deutschland. Durch einen Kauf könnten die anderen Geldhäuser auf einen Schlag zu einem Schwergewicht auf dem hart umkämpften hiesigen Privatkundenmarkt werden.
sam/dpa-AFX