Finanzkrise Postbank drohen hohe Verluste
Zuletzt hatte die Bank immer wieder betont, dass im vierten Quartal wegen der Finanzmarktkrise mit weiteren Belastungen zu rechnen und daher ein Verlust im Gesamtjahr nicht auszuschließen sei.
Bis Ende Dezember seien die Aktienbestände komplett abgebaut worden, hieß es jetzt. Damit seien weitere Belastungen der Kernkapitalquote durch fallende Aktienkurse ausgeschlossen. Die Postbank hatte erst Ende November neue eigene Aktien für eine Milliarde Euro ausgegeben, um das Eigenkapital zu stärken. Da sich kein Käufer für die Papiere fand, hatte damals der Mutterkonzern alle Aktien gekauft. Der Anteil der Post stieg damit auf rund 62 Prozent.
Anfang dieses Jahres wird die Post einer Vereinbarung vom September zufolge 29,75 Prozent der Postbank an die Deutsche Bank für 2,8 Milliarden Euro verkaufen. Bei der Transaktion wurde der Wert einer Aktie auf 57,25 Euro festgelegt.
Die Aktie der Postbank eröffnete nach Bekanntwerden des erwarteten Verlustes im Minus. Ein Händler sagte: "Man reiht sich halt ein - von diesen Nachrichten werden wir wohl in nächster Zeit noch mehr hören. Alle werden Versuchen, die Hauptlast noch ins vierte Quartal 2008 zu schieben." Die Aktie der Deutschen Bank gab ebenfalls nach.
Welche Auswirkungen der von der Postbank angekündigte Verlust auf das Nettoergebnis der Deutschen Post 2008 haben wird, lässt der Mutterkonzern noch offen. "Zum Nettoergebnis werden wir uns zu gegebener Zeit äußern", sagte eine Sprecherin des Bonner Konzerns am Freitag. Sie bekräftigte aber zugleich das Ergebnisziel von 2,4 Milliarden Euro beim Ebit vor Einmaleffekten für das Jahr 2008. In den ersten neun Monaten hatte die Post einen Gewinn nach Minderheiten von 1,47 Milliarden Euro verzeichnet.