Finanzkrise US-Banken bestehen Stress-Test
New York - Amerikas führende Banken haben den Stress-Test der US-Regierung zu ihrer Stabilität offenbar bestanden. Die Institute stünden besser da als von vielen gedacht, berichtet die "New York Times" am Donnerstag unter Berufung auf Insider.
Die Banken schnitten bei der Untersuchung demnach sehr unterschiedlich ab, so die Zeitung. Die Regierung werde die Ergebnisse nutzen, um einige Institute zu weiteren Einschnitten zu zwingen. Möglich seien etwa Managerwechsel, striktere Gehaltsgrenzen sowie der Verkauf von Konzernteilen und Giftpapieren in den Büchern.
Die Prüfungen unter Führung der US-Notenbank Federal Reserve (Fed) sollen nach bisherigen Angaben bis Ende April abgeschlossen sein. Der Belastungstest soll die Überlebensfähigkeit der 19 größten US-Banken bei einer weiteren Verschlechterung der Konjunktur klären. Insidern zufolge will US-Präsident Barack Obama die Ergebnisse am Freitag mit Finanzminister Timothy Geithner und Fed-Chef Ben Bernanke erörtern.
Allerdings brauchen die amerikanischen Finanzkonzerne offenbar zusätzliche Staatshilfen: Auch nach bereits Hunderten von Milliarden an Regierungsgeldern für die Banken seien viele voraussichtlich auf weitere Kapitalspritzen angewiesen.
Bundesregierung stellt Finanzbranche auf den Prüfstand
Auch in Deutschland beschäftigt sich die Politik weiter mit der Finanzbranche: Die Bundesregierung will nach Informationen des "Handelsblatt" in den kommenden Monaten die Geschäftsmodelle deutscher Banken, die staatliche Hilfen erhalten haben, prüfen.
"Der Rettungsfonds Soffin wird zum Nukleus der Neuordnung der Bankenlandschaft", schreibt die Zeitung. Nicht mehr nur die Sicherstellung der Liquidität und die Stärkung der Kapitaldecken stünden damit im Fokus, sondern auch die Zukunftsfähigkeit der Geschäftsmodelle. Als Quelle für diese Information nannte das Blatt Finanz- und Regierungskreise.
Die Bundesregierung arbeitet nach einem Bericht der Tageszeitung "Die Welt" zudem mit Hochdruck an einer Lösung für die faulen Wertpapiere in den Bilanzen der Banken. Das Konzept des Bundesfinanzministeriums, des Soffin und der Bundesbank sehe vor, dass jedes Institut seine Risikopapiere in eine eigene Zweckgesellschaft abschiebt, um sie so aus der Bilanz herauszulösen.
Dieses Modell habe Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) bereits Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorgestellt, berichtet die Zeitung unter Berufung auf Finanzkreise. Es sei zunächst hauptsächlich auf die privaten Großbanken gemünzt.
In den Bilanzen der Geldkonzerne lagern faule Wertpapiere im Volumen von mehreren hundert Milliarden Euro. Das führt unter anderem dazu, dass die Institute weiter kein Vertrauen zueinander haben und das Kreditgeschäft schleppend verläuft.