Finanzmarktmanöver Eichel will Russen-Schulden zu Geld machen
Moskau/Berlin - Russland schuldet Deutschland insgesamt rund 14 Milliarden Euro. Derzeit trudeln im Halbjahresturnus Tilgungs- und Zinszahlungen aus Moskau ein. Angesichts der eigenen Finanzengpässe ist das Hans Eichel und der Bundesregierung offenbar nicht mehr genug - sie ziehen es vor, einen sofortigen Erlös zu erhalten.
Geplant sei, Anleihen auf dem Markt zu platzieren, deren Zins und Tilgung an Zahlungen von der Russischen Föderation an den Bund gekoppelt sind, erklärten die Deutsche Bank, Goldman Sachs und die Kfw-Bankengruppe am Donnerstag in Frankfurt.
Über das Volumen der Anleihen und weitere Modalitäten gab es zunächst keine weiteren Angaben. Aus Sicht des Bundes hätten solche Transaktionen den weiteren Vorteil, dass ein Teil des Kreditrisikos gegenüber Russland auf den Kapitalmarkt transferiert wird.
Eichels Etat-Entwurf für 2005 sieht Ausgaben in Höhe von 258,3 Milliarden Euro vor - eine Milliarde mehr als im Vorjahr. 22 Milliarden Euro sollen durch neue Schulden, 15,45 Milliarden Euro durch Verkauf von Bundesvermögen finanziert werden. Opposition und Wirtschaft halten diese Summe für weit überhöht und sprechen von Luftbuchungen.