Firmen-Eigenlob: Tue Gutes und rede darüber - DER SPIEGEL
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Firmen-Eigenlob Tue Gutes und rede darüber

PR-Strategen schreiben gern über das ökologische und soziale Engagement ihrer Unternehmen. Ein neues Ranking zeigt, welche Konzerne ihre Wohltaten besonders offensiv anpreisen - und wie deutsche Unternehmen im globalen Eigenlob-Vergleich abschneiden.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Vor ein paar Jahren reichte es für Unternehmer noch, sich als "grün" oder "öko" zu profilieren. Wer fortschrittlich sein wollte, veröffentlichte damals neben dem obligatorischen Geschäftsbericht einen Umweltbericht. Der enthielt dann schöne Bilder und schöne Zahlen über reduzierten Energie- und Wasserverbrauch. Motto: Seht her, wir tun was.

Inzwischen legen die PR-Abteilungen der Firmen auch Wert darauf, die soziale und gesellschaftliche Dimension der Konzern-Aktivitäten darzulegen. Die reinen Umweltberichte mutierten zu so genannten Sustainability Reports, den Nachhaltigkeitsberichten. In ihnen stellen die Firmen all ihre Wohltaten ausgiebig dar, ob nun ökologische oder soziale.

Unbescheidene Briten

Die Londoner Beratungsfirma SustainAbility hat diese Berichte großer Unternehmen nun zum ersten Mal analysiert und eine Rangliste zusammengestellt. Ergebnis Nummer eins: Die Briten sind beim Eigenlob am besten. Das zweite wichtige Ergebnis: Im Branchenvergleich werben vielsagenderweise die umstrittenen Öl- und Pharmakonzerne am meisten.

Spitzenreiter ist allerdings der Flughafenbetreiber British Airport Authority (BAA), vor dem dänischen Pharmaunternehmen Novo Nordisk und der britischen Co-operative Bank. Alle Firmen zeichneten sich durch umfangreiche Berichterstattung über ihr Umwelt- und Sozialengagement aus.

Deutsche nur Mittelmaß

Der führende heimische Konzern ist auf Platz zehn der Wolfsburger Automobilhersteller Volkswagen. Unter die weltweiten Top 50 schafften es außerdem die Inländer Mohndruck, Henkel, der Axel Springer Verlag, BASF und BMW.

"Die deutschen Unternehmen sind traditionell stark im Umweltreporting", kommentiert SustainAbility-Consultant Peter Zollinger, "aber im sozialen Bereich haben sie noch Nachholbedarf." Selbst engagierte Großunternehmen wie Bertelsmann und der Otto Versand schafften es nicht unter die Top 50, weil sie die PR-Inszenierung vernachlässigten.

Die folgenden Links zeigen, wie die einzelnen Konzerne abgeschnitten haben und nach welchen Kriterien SustainAbility vorgegangen ist.