Firmendynastie Rudolf Miele gestorben
Gütersloh - Miele sei "nach kurzer und schwerer Krankheit" im Alter von 74 Jahren gestorben, sagte ein Firmensprecher am Donnerstag in Gütersloh. Miele war seit 1960 geschäftsführender Gesellschafter des Traditionsunternehmens. Jede Firma habe die Wahl zwischen Schnäppchen oder Qualität, so lautete eine von Mieles Maximen.
Die Firma Miele ist einer der führenden europäischen Hersteller von Haushaltsgeräten. Gegründet wurde sie 1899 von Carl Miele und Reinhard Zinkann. Über Jahrzehnte war das Familienunternehmen mit seinen Produkten überaus erfolgreich.
Rudolf Miele kümmerte sich um den Aufbau des Vertriebsnetzes und sorgte dafür, dass 1970 in ganz Europa und seit den 80er Jahren auch in Übersee Miele-Waschmaschinen liefen. Weltweit verkaufen die Gütersloher nach eigenen Angaben knapp 700.000 Waschmaschinen und eine halbe Million Geschirrspülautomaten jährlich.
Miele unterhält eigene Gesellschaften in 34 Ländern und beschäftigt rund 15.000 Menschen. Der Jahresumsatz der Miele-Gruppe im Geschäftsjahr 2003/2004 belief sich auf 2,15 Milliarden Euro mit einem Auslandsanteil von fast 70 Prozent. Während das Unternehmen im Ausland Umsatzzuwächse verbucht, macht die Kaufzurückhaltung in Deutschland den Güterslohern zu schaffen.
Der Enkel des Firmengründers hatte sich eigentlich schon zum 100-jährigen Firmenjubiläum aus dem operativen Geschäft zurückziehen wollen. Doch wie der zweite geschäftsführende Gesellschafter, Peter Zinkann, blieb er weiter verantwortlich. Zu Mieles 75. Geburtstag im kommenden November wollten sich die beiden endgültig zurückziehen und die Verantwortung dann an die Söhne Markus Miele und Reinhard Zinkann übertragen.