Flächentarifvertrag: Wirtschaftsforscher fordert die Abschaffung - DER SPIEGEL
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Flächentarifvertrag Wirtschaftsforscher fordert die Abschaffung

Nach Einschätzung von Dennis Snower, dem Präsidenten des Instituts für Weltwirtschaft, ist der Flächentarifvertrag ein Relikt des Wirtschaftswunders, das es möglichst schnell abzuschaffen gilt. Ginge es nach der Theorie, hätten landesweit einheitliche Regelungen nie eine Chance haben dürfen.
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Kiel - "Hätten wir eine Welt, in der die Arbeit standardisiert ist, in der Menschen mit standardisierten Maschinen arbeiten und jeder dieselbe Produktivität hätte - unter solchen Umständen wäre ein Flächentarif in Ordnung", sagte der Wirtschaftswissenschaftler. Es hänge aber von den jeweiligen Umständen ab, wie produktiv jemand sei.

In der Debatte über die Arbeitszeit in Deutschland setzt der Präsident des Kieler Institutes für Weltwirtschaft, Dennis Snower, vor allem auf mehr Flexibilität. "Meines Erachtens bestünde die geeignete Methode darin, den Leuten bei der Arbeitszeit mehr Spielraum zu geben", sagte Snower. "Wer länger arbeiten will, sollte die Möglichkeit haben, das zu tun." Dies wäre politisch leichter realisierbar, als sich darüber zu streiten, was vorgeschrieben werden soll. Es brauche aber auch nicht jedes Unternehmen längere Arbeitszeiten, sagte Snower angesichts von Forderungen nach einer generellen 40-Stunden-Woche.

"Die Arbeit wird flexibler, und die Nachfrage nach Arbeitszeit wird auch flexibler", argumentierte der Ökonom. "Das hängt mit der Technologie und der Globalisierung zusammen - man kann sich diesem Phänomen nicht entziehen." Wenn man weiter das starre Instrumentarium aus der Vergangenheit nutze, werde einerseits die Arbeitslosigkeit steigen. Zum anderen würden Arbeitnehmer und Arbeitgeber zunehmend erkennen, dass das System nicht effizient sei.