Flaue Gewinnprognose: Nokias Aktienkurs kollabiert - DER SPIEGEL
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Flaue Gewinnprognose Nokias Aktienkurs kollabiert

Der Handy-Marktführer Nokia hat den Börsianern die jüngste Party-Laune mächtig vermiest. Nachdem die Finnen vor schwindenden Gewinnen warnten, rutschte die Aktie steil ab.
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Helsinki - Für das zweite Quartal 2003 hat Nokia zwar einen Vorsteuergewinn erzielt, der über den Prognosen lag. Schwerer wog aus Sicht der Händler aber, dass Nokia auch im dritten Quartal einen Gewinnrückgang gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Der negative Ausblick führte an den Börsen zu einem scharfen Kurseinbruch, in Frankfurt ruschte die Aktie binnen einer Stunde ab und notierte zuletzt bei 14,11 Euro - ein Minus von 11,26 Prozent.

Nokia hatte zuvor mitgeteilt, der Vorsteuergewinn habe im zweiten Quartal 986 Millionen Euro betragen - das sind rund 50 Millionen mehr als von Analysten vermutet. Bei den Netto-Umsätzen blieb Nokia mit 7,019 Milliarden Euro aber leicht unter den Erwartungen. Für das dritte Quartal erwartet das Unternehmen einen Rückgang des Pro-Forma-Gewinns pro Aktie auf 0,15 bis 0,17 Euro, nach 0,18 Euro im Vorjahresquartal.

"Dies wird nicht reichen"

WestLB-Analyst Thomas Langer sagte, zwar sei die Gewinnsituation in der dominierenden Handy-Sparte bei Nokia im zweiten Quartal gut gewesen. "Aber dies wird angesichts der erwarteten schwachen Umsatzentwicklung nicht reichen, um dem Aktienkurs zu beflügeln", sagte der Analyst.

Neben der weiterhin schwachen Verfassung der Netzwerk-Sparte gerät Nokia als Weltmarktführer für Mobiltelefone nun auch in seiner Handy-Sparte unter Druck. "Der Umsatz bei Nokia Mobile Phones wird im dritten Quartal konstant oder geringfügig unter dem Vorjahreswert liegen, da vor allem der Dollar gegenüber dem Vorjahreszeitraum an Wert verloren hat", teilte Nokia mit.

Anderen geht es noch schlechter

Um das für das Gesamtjahr von Nokia bekräftigte Absatzplus von zehn Prozent bei Mobiltelefonen gegenüber dem Vorjahr zu erreichen, müsste das Weihnachtsgeschäft deutlich anziehen.

Der weltweit zweitgrößte Mobiltelefon-Hersteller Motorola hatte bereits am Dienstag über einen gesunkenen Absatz im zweiten Quartal berichtet. Ein Grund war der scharfe Wettbewerb auf dem weltgrößten Mobilfunkmarkt in China. Der Weltmarktführer für Mobilfunknetztechnik Ericsson wird am Freitag seine Geschäftszahlen für das zweite Quartal veröffentlichen. Analysten erwarten, dass der schwedische Konzern zum elften Mal in Folge einen Quartalsverlust ausweisen wird.