FLEISCHPREISE
Die staatliche Einfuhr- und Vorratsstelle hat sich in den letzten Wochen als Preisstützungsorgan zugunsten der deutschen Landwirtschaft betätigt. Sie kaufte von Februar bis Mai 200 000 Schweine im Gesamtgewicht von 20 000 Tonnen auf, deren Fleisch inzwischen eingelagert wurde, um die damals in Westdeutschland herrschende Schweineschwemme abzufangen. Dadurch wurden nicht nur Preiseinbrüche verhindert, sondern der Großhandelspreis stieg kürzlich sogar - wegen des künstlich knapp gehaltenen Angebots - um etwa sechs Pfennig je Pfund. Auch das Rindfleisch-Angebot wird künstlich knapp gehalten. Obwohl auch die Rindfleischpreise in letzter Zeit erheblich anzogen, gab die Einfuhr- und Vorratsstelle von westdeutschen Importeuren eingeführte 20 000 Tonnen Rindfleisch, die schon seit einigen Wochen im Hamburger Hafen lagerten, nicht für den Verkauf in der Bundesrepublik frei. Die Importeure sind nach den Import-Ausschreibungsbedingungen verpflichtet, eingeführte Fleischwaren zunächst der Vorratsstelle anzubieten, die dann über die weitere Verwendung entscheidet. So sahen sich die Importeure gezwungen, das Rindfleisch mit Verlust an die staatlichen Handelsorgane der DDR zu verkaufen.