Flowtex-Affäre: VIP-Service für Wirtschaftsverbrecher - DER SPIEGEL
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Flowtex-Affäre VIP-Service für Wirtschaftsverbrecher

Im Fall FlowTex geraten die badenwürttembergischen Behörden erneut unter Druck. Matthias Schmider, der Bruder des im bislang größten deutschen Wirtschaftsprozess zu zwölf Jahren Gefängnis verurteilten Manfred Schmider ("Big Manni"), will bei seinem eigenen, am Dienstag beginnenden Prozess umfassend dazu aussagen.
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Schon Anfang der neunziger Jahre hatten die Schmider-Brüder eine ungewöhnliche Vorzugsbehandlung erfahren. Nachdem Betriebsprüfer bei beiden jeweils 17 Millionen Mark erschlichene Vorsteuer für die Zeit von 1988 bis 1992 entdeckt hatten, stellte die Staatsanwaltschaft Baden-Baden das Ermittlungsverfahren Anfang Mai 1994 gegen Geldauflagen von 60.000 und 85.000 Mark ein ­ obwohl keine Steuern nachentrichtet worden waren.

VIP-Service genoss die Familie Schmider auch nach der Verhaftung von Big Manni im Februar 2000. So gab der zuständige Mannheimer Staatsanwalt per handschriftlichem Fax die Schmidersche 55-Meter-Luxusyacht "Maalana" zur Vercharterung frei ­ wie von Manfred Schmiders Ehefrau Inge beantragt. Kurz darauf war das Traumschiff verschwunden.

Erst einen Monat später gelang es dem FlowTex-Insolvenzverwalter Eberhard Braun, das Luxusschiff aufzuspüren: Es lag in einem Hafen in Australien und trug einen neuen Namen.