FlowTex-Betrug Grundzüge sind geklärt
Achern - Wie der Insolvenzverwalter am Freitag im badischen Achern mitteilte, belaufen sich die Ansprüche insgesamt auf mehr als vier Milliarden Mark. Nach einem Jahr Recherche sei nun die Grundstruktur der Betrügereien geklärt. Der Rohgewinn aus dem Betrug belaufe sich auf eine Milliarde Mark.
Vor einem Jahr waren die beiden Hauptgesellschafter von FlowTex, Manfred Schmider und Klaus Kleiser, verhaftet worden. Seitdem sitzen sie in Untersuchungshaft. Von dem Betrugsgewinn ist bisher allerdings nur ein vergleichsweise kleiner Teil aufgefunden worden. An Schmider flossen vorläufigen Ergebnissen zufolge nach Abzug von Steuern und Betriebsausgaben 261 Millionen Mark und an Kleiser 74 Millionen Mark, wie der Insolvenzverwalter mitteilte. An eine ebenfalls in Haft sitzende Geschäftsführerin einer Tochtergesellschaft seien elf Millionen Mark gegangen.
Schmider und Kleiser werden verdächtigt, zwischen 1994 und Februar vergangenen Jahres zahlreichen Leasinggesellschaften das Vorhandensein von 3350 Bohrsystemen betrügerisch vorgespiegelt zu haben. Der Bruder von Schmider, Matthias Schmider, befindet sich noch immer auf der Flucht. Zu seiner Ergreifung lobten die Gläubiger eine Belohnung von 100.000 Mark aus.