FlowTex-Skandal: KPMG sollen zahlen - DER SPIEGEL
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FlowTex-Skandal KPMG sollen zahlen

Der mutmaßliche Betrugsskandal um FlowTex kann für die Wirtschaftsprüfer sehr teuer werden.
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Stuttgart/Berlin - Rund 70 Banken und Leasingfirmen fordern nach Informationen aus Gläubigerkreisen Schadenersatz in Höhe von etlichen Millionen von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG. Nach einer erfolglosen Korrespondenz mit KPMG werde es nun voraussichtlich im Laufe des Februars Gespräche zwischen beiden Parteien geben. KPMG erklärte, sie werde sich gegen vermeintliche Ansprüche zur Wehr setzen.

Die beiden Firmenchefs der Ettlinger FlowTex-Gruppe, Manfred Schmider und Klaus Kleiser, sitzen seit Anfang Februar 2000 in Untersuchungshaft. Sie werden verdächtigt, nicht existierende Bohrmaschinen an Leasinggesellschaften verkauft und anschließend wieder geleast zu haben.

Schaden wird auf 3,4 Milliarden Mark geschätzt

Die Insolvenzverwalter und das Oberlandesgericht Karlsruhe schätzen den entstandenen Schaden bei den betroffenen Gläubigern auf maximal 3,4 Milliarden Mark. KPMG hatte als Wirtschaftsprüfer die Jahresabschlüsse der Gruppe testiert.

Vertreter der Gläubiger erklärten, sie hätten bereits Ende Oktober ein Schreiben an KPMG gerichtet, in dem grundsätzlich Schadenersatz verlangt worden sei. Die Wirtschaftsprüfer-Gesellschaft habe in einer schriftlichen Antwort die Forderungen abgelehnt.

Inzwischen zeigt sich die KPMG offenbar gesprächsbereiter. Wie die FlowTex-Gläubiger mitteilten, soll es noch im Februar zu einem Gespräch kommen.

Gütliche Einigung angestrebt

Obwohl eine Klage gegen KPMG nicht endgültig ausgeschlossen wird, sei man bestrebt, die Angelegenheit auf dem Gesprächsweg zu lösen. Zur angestrebten Schadenersatzsumme hieß es, diese sei noch nicht beziffert worden.

Die Summe könnte aber nach Einschätzungen der Gläubigerkreise höher ausfallen als bei dem Präzedenzfall des Sportbodenherstellers Balsam, bei dem die Wirtschaftsprüfer rund 50 Millionen Mark bezahlt haben sollen.

KMPG erklärte in einer Stellungnahme, sie werde sich gegenüber vermeintlichen Ansprüchen und Anschuldigungen mit allen gebotenen Mitteln zur Wehr setzen. Sie habe erst im Jahr 1997 den Auftrag zur Jahresabschlussprüfung der Gruppe erhalten. Die betrügerischen Machenschaften der FlowTex-Gesellschafter hätten dagegen schon zu Beginn der neunziger Jahre begonnen.