AKTIEN Flüssiges Gold
Wasser ist für viele Experten der Rohstoff des 21. Jahrhunderts: Der weltweite Bevölkerungszuwachs, eine zunehmende Urbanisierung und die Privatisierung einst staatlicher Wasserwerke versprechen für die Wasserversorger eine sprudelnde Ertragsquelle. Das internationale Geschäft wird von drei Großen bestimmt: den französischen Konzernen Vivendi Environnement und Suez mit jeweils 100 Millionen Kunden sowie dem Essener RWE-Konzern. Durch die Anschläge in den USA sind die Aktienkurse aller drei nach unten gezogen worden. Die Deutschen haben sich durch die Übernahme der britischen Thames Water (Kosten: 11 Milliarden Euro) im vergangenen November weltweit als Nummer drei etabliert. Die Wassersparte ist das profitabelste Segment von RWE: Sie trug im vergangenen Geschäftsjahr zwar nur mit drei Prozent zum Umsatz bei - allerdings mit 14 Prozent zum Gewinn. Bereits 2003 soll dieser Anteil über ein Drittel betragen. Auch der angekündigte Kauf des US-Versorgers American Water Works für 4,6 Milliarden Dollar wird von den meisten Analysten positiv bewertet. WGZ-Bank-Analyst Jörg Natrop: »Die Expansionsstrategie im Zukunftsmarkt Wasser ist absolut sinnvoll.« Große Chancen liegen vor allem in den Schwellen- und Entwicklungsländern. In diesen Märkten sind die Franzosen besser positioniert als die Deutschen: Sie verfügen über mehr Finanzkraft. Die Weltbank beziffert den Investitionsbedarf auf dem dortigen Wassermarkt auf 600 Milliarden Dollar bis 2010.