Flugausfälle durch Bush-Besuch Lufthansa will Schadenersatz fordern
Frankfurt am Main - Ein Fraport-Sprecher berief sich dagegen auf höhere Gewalt. Der größte Teil der Ausfälle sei auf Schneefall und Glätte zurückzuführen, sagte er. Doch angesichts der zahlreichen Sperren und zusätzlichen Sicherheitschecks wollte die Lufthansa diese Entschuldigung nicht gelten lassen.
"Aus unserer Perspektive ist das Wetter kein valider Grund für die Verspätungen und Ausfälle", sagte Lufthansa-Sprecher Michael Lamberty. Insgesamt seien bis zum späten Nachmittag 77 Flüge seiner Gesellschaft ausgefallen, die von rund 5000 Passagieren gebucht waren. Hinzu kämen fast 140 verspätete Flüge.
Zusammengerechnet habe der Flugverkehr für fast eine Stunde geruht. Das sei doppelt so lang gewesen wie ursprünglich vorgesehen. "Wir behalten uns Schadenersatzforderungen gegen die Behörden vor, die die Richtlinien kurzfristig verschärft haben", sagte Lamberty. Dabei denke er vor allem in Richtung der Sicherheitsbehörden.
Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hatte bei der Ankunft Bushs alle drei Start- und Landebahnen für 38 Minuten gesperrt und damit den Flugverkehr in Frankfurt am Main komplett lahm gelegt. Zunächst sei geplant gewesen, nur eine Landebahn für die "Air Force One" von Präsident Bush zu sperren, doch dann habe man dem kurzfristigen Wunsch des Bundesverkehrsministeriums Folge geleistet, sagte DFS-Sprecherin Anja Tomic. Die Fluggesellschaften seien darüber am Dienstagabend informiert worden. Auch die Lufthansa sei in die Planungen eingebunden gewesen.