Flugbegleiter-Gewerkschaft Kaum noch aktionsfähig
München - Am Donnerstag wollten sich die UFO-Anhänger eigentlich in der Stadthalle von Mörfelden-Walldorf treffen, um nach jahrelangen juristischen Auseinandersetzungen endlich einen neuen, vertrauenswürdigen Vorstand zu küren. Die alte fünfköpfige Führungsriege amtiert zurzeit nur noch kommissarisch nachdem mehrere Gerichte die letzten Wahlen vom Herbst 2003 für rechtswidrig erklärt hatten.
Doch als einige UFOrianer den Versammlungsort kurz vor 17 Uhr erreichten, trafen sie dort nur zwei eigens angeheuerte Türsteher an. Gegner des umstrittenen UFO-Chefs Mirko Vorwerk hatten aufgrund von Unkorrektheiten bei der Vorbereitung des Treffens kurz zuvor eine einstweilige Verfügung gegen die Veranstaltung erwirkt. Doch weil die Absage nicht alle Mitglieder rechtzeitig erreichte, machten sich etliche von ihnen umsonst auf den Weg.
Die einstmals einflussreiche Vertretung des Kabinenpersonals, die einen großen Teil der Lufthansa-Stewardessen organisiert, gleicht immer mehr einem unbemannten Flugobjekt: Der amtierende Alibi-Vorstand ist kaum noch aktionsfähig und untereinander zudem heftig zerstritten. Neue Tarifverträge, die er unterschreibt, sind juristisch angreifbar und bei den Beschäftigten kaum noch durchzusetzen. Lachende Dritte dürften die Großgewerkschaft Ver.di oder die Konkurrenzorganisation Kabineklar sein, die nun auf zahlreiche Überläufer hoffen können.