Fluggesellschaft: Lufthansa expandiert in Belgien und Großbritannien - DER SPIEGEL
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Fluggesellschaft Lufthansa expandiert in Belgien und Großbritannien

Zwei auf einen Streich: Die Lufthansa wächst durch Übernahmen in Belgien und Großbritannien. Erst genehmigte die EU-Kommission den Kauf von SN Brussels Airlines. Dann teilte Deutschlands größte Airline mit, der Übernahmestreit um die britische BMI sei belegt.
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Brüssel/Frankfurt am Main - Lufthansa will wachsen - und hat dafür am Montag zwei wichtige Hürden genommen. Einem Kauf der belgischen Gesellschaft SN Brussels Airlines sowie der Übernahme der Mehrheit bei der britischen Fluggesellschaft British Midland (BMI) steht nichts mehr im Weg. Die kartellrechtliche Prüfung der geplanten Übernahme von Austrian Airlines (AUA) dauert dagegen noch an.

Wie die EU-Kommission am Montag in Brüssel mitteilte, werde der Kauf von SN Brussels Airlines unter Auflagen genehmigt. Lufthansa   muss allerdings einige Start- und Landerechte an Konkurrenten abtreten. Der Konzern kündigte an, das geplante Geschäft noch im Juni abzuschließen. In einem ersten Schritt erwirbt die Fluggesellschaft für 65 Millionen Euro 45 Prozent am Mutterunternehmen von Brussels Airlines, der SN Airholding. Für die Jahre 2011 bis 2014 besteht die Möglichkeit, die restlichen 55 Prozent zu übernehmen.

Die EU-Kommission hatte noch Anfang des Jahres Bedenken gegen die Übernahme geäußert und besonders gründlich untersucht. Um die Genehmigung zu bekommen, hatte Lufthansa zugesagt, Start- und Landerechte (Slots) für insgesamt bis zu zehn Verbindungen zwischen Brüssel und Frankfurt, Hamburg, München sowie Zürich abzugeben.

Streit um BMI beigelegt

Durch den zweiten Zukauf, die Übernahme von gut 50 Prozent an der Gesellschaft BMI, erwirbt Lufthansa wichtige Slots am Londoner Flughafen Heathrow. BMI hält dort gut zehn Prozent der Start- und Landerechte. Diesem Geschäft stand monatelang ein Streit mit BMI-Gründer Michael Bishop im Weg. Lufthansa teilte nun mit, man habe sich mit Bishop außergerichtlich geeinigt.

Demnach übernimmt zunächst nicht Lufthansa selbst Bishops Anteile, sondern die Tochtergesellschaft LHBD, an der Lufthansa 35 Prozent hält. Der Preis dafür liege bei 48 Millionen Pfund (56,7 Millionen Euro). Zu einem späteren Zeitpunkt soll die Lufthansa-Tochter BMI komplett übernehmen. Für das Geschäft gelten aber nicht mehr die Konditionen Bedingungen einer Verkaufsoption, die Lufthansa mit Bishop vereinbart hatte. Für den Verzicht auf die Option erhalte der BMI-Gründer 175 Millionen Pfund (207 Millionen Euro), teilte Lufthansa mit.

Lufthansa hatte sich vor zehn Jahren verpflichtet, 50 Prozent plus eine BMI-Aktie von Bishop zu einem vereinbarten Preis zu kaufen. Zwischen Lufthansa und dem BMI-Mehrheitseigner war es danach zum Streit gekommen, weil Bishop sich weigerte, frisches Kapital für die defizitäre Gesellschaft bereitzustellen.

Nun erwartet Lufthansa noch die Entscheidung der EU über die geplante Übernahme von Austrian Airlines. Zunächst war ein Resultat bis zum 17. Juni erwartet worden. Die Kommission hatte die Prüfung zuletzt aber bis 1. Juli verlängert.

tko/dpa-AFX/Reuters

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