Fluggesellschaften Continental Airlines vor dem Bankrott
New York - Ein erster Versuch von Vertretern der Airlines, vom amerikanischen Kongress eine schnelle Hilfe in Höhe von 15 Milliarden Dollar zu erhalten, sei am Wochenende gescheitert, schrieb die "FAZ".
Verkehrsminister Norman Mineta wird sich am Montag mit Vorstandschefs großer Fluggesellschaften treffen und deren finanzielle Sorgen erörten.
Die Fluggesellschaft Continental Airlines hat jeden fünften Flug gestrichen und 12.000 ihrer mehr als 56.000 Angestellten mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Begründung: Nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center in New York und das Pentagon sei mit einem dramatischen Rückgang des Luftverkehrs zu rechnen.
Die Fluggesellschaft bedauere die beschlossenen Maßnahmen, habe aber keine andere Wahl, sagte Continental-Vorstandschef Gordon Bethune.
Wegen der dramatischen Buchungsrückgänge hat auch Delta Air Lines ein Viertel ihrer Flüge gestrichen und Einsparungen von 20 Prozent ihres Personals angekündigt. Ohne finanzielle Hilfe der US-Regierung sei die Gesellschaft zu diesen Sparmaßnahmen gezwungen, sagte Delta-CEO Leo Mullin am Sonntag dem Fernsehsender ABC. Auch Northwest Airlines und United Airlines kündigten ähnliche Flugstreichungen an.
Ohne Hilfe im Oktober bankrott
Analysten schätzten den Verlust aller US-Fluggesellschaften durch das zeitweise Flugverbot zwischen vier und sieben Milliarden Dollar. Allein Continental verliert nach eigenen Angaben derzeit täglich mehr als 30 Millionen Dollar. Ohne finanzielle Unterstützung werde die Fluggesellschaft im kommenden Monat bankrott sein.
Bis zu den Anschlägen, bei denen vier entführte Verkehrsmaschinen von Terroristen als fliegende Bomben benutzt worden waren, standen täglich mehr als 2500 Flüge auf dem Flugplan von Continental Airlines und seiner Tochtergesellschaften.
Auch die viertgrößte amerikanische Fluggesellschaft Northwest Airlines hat ihren Flugplan um 20 Prozent gekürzt. Der Personalbedarf werde überprüft hieß es.