Fluglinien Lufthansa will bei Brussels Airlines einsteigen
Frankfurt am Main - Die Lufthansa verhandelt nach eigenen Angaben mit SN Airholding über eine strategische Beteiligung. Das Unternehmen will im Rahmen einer Kapitalerhöhung zunächst 45 Prozent an der Muttergesellschaft der belgischen Fluggesellschaft Brussels Airlines übernehmen.
Der Einstieg würde die Lufthansa rund 65 Millionen Euro kosten. Nach zwei Jahren könnte der deutsche Konzern seine Anteile dann auf 55 Prozent aufstocken. Der Preis dieser Option sei an die zukünftige Wertentwicklung von Brussels Airlines gekoppelt, hieß es. Derzeit befinden sich die beiden Unternehmen "in konstruktiven Verhandlungen", teilte die Lufthansa mit.
Die deutsche Fluggesellschaft will in den folgenden Wochen die Prüfung der SN Airholding und die Verhandlung über die vertraglichen Details abschließen. Brussels Airlines sei bislang an keine Allianz gebunden und fliege von der Drehscheibe Brüssel Ziele in Europa und insbesondere Afrika an, erklärte die Lufthansa. Die angestrebte Beteiligung muss allerdings noch von den Aufsichtsgremien von Lufthansa und SN Airholding sowie den Kartellämtern genehmigt werden.
Brussels Airlines kämpft seit geraumer Zeit mit Problemen. Zwar stieg die Zahl der beförderten Passagiere im ersten Halbjahr 2008 um 12,4 Prozent auf 2,6 Millionen. Die Auslastung der Maschinen lag aber nur bei 61,6 Prozent - und damit deutlich unter dem Branchenschnitt und 4,2 Prozentpunkte unter dem Niveau des ersten Halbjahrs 2007. Zum Vergleich: Die Lufthansa lastet ihre Flüge zu 78,4 Prozent aus.
cvk/Reuters/ddp/dpa