Fluglotsen Deutsche einig, Italiener streiken
Frankfurt am Main - Bei der "formalen" Hürde geht es um die Frage, ob der Abschluss offiziell als Tarifvertrag bezeichnet wird. Doch daran soll nach Aussagen der Flugsicherung die Einigung nicht scheitern. Trotzdem drohte ein Sprecher der Gewerkschaft der Fluglotsen (GdF), ein möglicher Streik sei erst vom Tisch, wenn die Arbeitgeber den Kompromiss auch offiziell als Tarifvertrag bezeichneten.
Hintergrund ist ein bislang erst in erster Instanz entschiedener Rechtsstreit, bei dem es darum geht, ob die GdF überhaupt zu Tarifverhandlungen berechtigt ist. Die Arbeitgeber hatten die GdF nicht als Gewerkschaft anerkennen wollen. Die GdF steht in Konkurrenz zur Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di und ist bei den Fluglotsen die mitgliederstärkste Gewerkschaft.
Die Tarifkommission der GdF kommt heute zusammen, um über den Verhandlungsstand zu beraten. Zudem wollen bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) Juristen prüfen, ob der Kompromiss als Tarifvertrag bezeichnet werden soll.
In Italien wird heute durch einen Streik der dortigen Fluglotsen mit erheblichen Behinderungen im Luftverkehr gerechnet. Die Gewerkschaften forderten alle Lotsen des Landes auf, von 12 bis 16 Uhr in den Ausstand zu treten. Allein die italienische Fluglinie Alitalia habe bereits 172 Flüge gestrichen, darunter 94 internationale Verbindungen, berichteten italienische Medien am Donnerstag.
In Deutschland gab es seit rund 30 Jahren keinen Fluglotsen-Streik mehr. Die bundeseigene DFS mit Sitz in Langen bei Frankfurt hat rund 5500 Mitarbeiter und koordiniert im Jahr mehr als 2,5 Millionen Flugbewegungen.