Flugzeugbauer Boeing leidet unter Streikfolgen
New York - Vor Sonderposten enttäuschte Boeing beim Gewinn die Analystenerwartungen. Im dritten Quartal sei der Gewinn auf 1,01 Milliarden Dollar oder 1,26 Dollar je Aktie gestiegen nach 456 Millionen Dollar oder 56 Cent je Aktie im Vorjahr, teilte der Luft- und Raumfahrtkonzern mit. Ohne Sondereinnahmen in Höhe von 62 Cent je Aktie hätte sich ein Gewinn von 64 Cent je Aktie ergeben. Marktbeobachter hatten hier im Schnitt mit einem Anstieg auf 78 Cent je Aktie gerechnet.
Die Umsätze des weltweit zweitgrößten Flugzeugherstellers nach Konkurrent Airbus wurden zudem von einem Streik belastet und sanken leicht, wie das US-Unternehmen am Mittwoch vor Börsenbeginn in New York mitteilte. Der Streik führte dazu, dass Boeing im dritten Quartal nur 62 Verkehrsmaschinen auslieferte, 21 weniger als ursprünglich geplant. Boeing hat in den ersten neun Monaten dieses Jahres 217 Flugzeuge ausgeliefert und erwartet wegen des Arbeitskampfes nur 290 Auslieferungen nach ursprünglich geplanten 320. Im kommenden Jahr will Boeing 395 Flugzeuge ausliefern.
Boeing hat in diesem Jahr eine wahre Auftragsflut für seine Verkehrsflugzeuge erlebt. Das Unternehmen erhielt Neuaufträge für 616 Maschinen nach nur 191 Flugzeugen in den ersten neun Monaten 2004. Dem starken Geschäft mit Billigfluglinien und ausländischen Fluggesellschaften standen dabei Probleme bei den großen angeschlagenen US-Airlines gegenüber.
Für das Gesamtjahr hob Boeing seine Gewinnprognose auf 2,95 bis 3,05 Dollar je Aktie an. Auch für 2006 rechnet das Unternehmen nun mit einem höheren Gewinn und zwar zwischen 3,10 und 3,30 Dollar je Aktie. Die Boeing-Aktien verloren dennoch nach Bekanntgabe der Zahlen mehr als zwei Prozent.