Flugzeugbauer-Krise: Politiker attackieren Airbus-Management - DER SPIEGEL
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Flugzeugbauer-Krise Politiker attackieren Airbus-Management

Managementfehler, Abstimmungsprobleme, Versagen der Konzernspitze: Führende Politiker machen die Airbus-Chefs für den drohenden Jobabbau verantwortlich. Allein in Bremen könnten 1200 Arbeitsplätze wegfallen.
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Hamburg - Deutschlandweit haben heute mehrere tausend Airbus-Mitarbeiter ihre Proteste gegen die befürchteten Arbeitsplatzverluste begonnen. Den Auftakt machte am Morgen eine Kundgebung im baden-württembergischen Laupheim. Dort sagte Betriebsratschef Stefan Hammer, die Probleme bei dem Flugzeugbauer seien hausgemacht. "Schon während der ersten Anzeichen der Krise von Airbus hat sich das Management in einem Gerangel um Macht, Karriere und Geld befunden", kritisierte er. Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) erklärte, an der Misere seien Fehler des oberen Managements und Abstimmungsprobleme zwischen den Hauptstadtorten Hamburg und Toulouse schuld.

Die IG Metall fürchtet bei Airbus und bei Zulieferern den Abbau von insgesamt 10.000 Arbeitsplätzen in Deutschland. "Wir befürchten, dass es darauf hinauslaufen könnte", sagte die IG Metall-Bezirksvorsitzende Jutta Blankau dem NDR. Sie forderte den Einstieg des Staates beim Mutterkonzern EADS, wie es mehrere Bundesländer planen: "Wir erwarten, dass sie das auch tatsächlich wahr machen und sich einmischen in diese Auseinandersetzung, die es im Konzern geben wird", sagte Blankau.

Auch in Bremen kam es zu Protesten gegen die Airbus-Spitze: "Es kann nicht sein, dass die Arbeitnehmer Managementfehler austragen müssen", sagte Bremens Regierungschef Böhrnsen. Sowohl Böhrnsen als auch Oettinger versprachen, sich für die Belange der Arbeitnehmer einzusetzen. Hamburgs Bürgermeister Ole von Beust sagte, es könne nicht sein, dass Deutschland von der Zukunft abgekoppelt werde.

"Wir wollen zeigen, wir stehen gemeinsam: Betriebsräte, Gewerkschaften und die Politik", sagte Böhrnsen (SPD) dem "RBB-Inforadio". In Bremen sind rund 3500 Menschen bei Airbus beschäftigt. Der Betriebsratsvorsitzende von Airbus in Bremen, Johann Dahnken, sieht bei dem Flugzeugbauer alleine in der Hansestadt 1200 Arbeitsplätze in Gefahr. Dies sei rund ein Drittel der gesamten Belegschaft, sagte der Arbeitnehmervertreter. Die Zahl 1200 ergebe sich als "Ergebnis aus unterschiedlichen Gesprächen". Regierungschef Böhrnsen bemängelte den "verstärkten Einfluss der Industriepolitik Frankreichs" beim Mutterkonzern EADS.

Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) traf sich heute Morgen vor Beginn der Protestaktion in Varel (Kreis Friesland) zu Gesprächen mit den Betriebsräten. Schon eine Stunde vor der Demonstration versammelten sich Hunderte Menschen vor den Werkstoren des Flugzeugbauers.

Parallel zum Protesttag der Airbus-Beschäftigten in Deutschland mobilisierten die französischen Gewerkschaften gegen einen drohenden Arbeitsplatzabbau. In Petitionen an Präfekten und Regierung fordern sie ein Eingreifen des Staates als Aktionär für Werke und Arbeitsplätze. Anders als die IG Metall riefen die französischen Gewerkschaften aber nicht zu Demonstrationen auf.

wal/dpa/AP/Reuters/ddp

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