Flugzeugindustrie: Airbus schafft 1000 neue Jobs - DER SPIEGEL
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Flugzeugindustrie Airbus schafft 1000 neue Jobs

Der europäische Flugzeugbauer Airbus braucht dringend neue Arbeitskräfte. Vor allem Ingenieure würden gesucht, teilt das Unternehmen mit. Allerdings gebe es in Deutschland nicht genügend qualifizierte Leute.
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Hamburg - Um rund 1000 Mitarbeiter will Airbus seine Belegschaft in Deutschland in diesem Jahr aufstocken. Angesichts der guten Auftragslage steige die Zahl der Beschäftigten damit von derzeit 21.000 auf rund 22.000, sagte Airbus-Personalchef Jörg Kutzim gestern Abend vor dem "Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten".

Kutzim schränkte ein, dass es schwierig sei, allein auf dem deutschen Arbeitsmarkt ausreichend qualifizierte Bewerber zu finden. Vor allem mangele es an Ingenieuren. Schon jetzt gebe es für den neuen Riesen A380, der Ende 2006 an den ersten Kunden ausgeliefert werden soll, mehrere Jahre Lieferfrist.

Die mittelfristigen Marktchancen der EADS-Tochter Airbus schätzte Kutzim positiv ein. Nach Marktstudien sowohl von Airbus als auch des US-Konkurrenten Boeing würden bis 2023 mehr als 17.000 neue Verkehrsflugzeuge benötigt. "Und davon wollen wir einen guten Anteil holen", sagte der Personalchef.

Der Standort Deutschland profitiere davon, dass hier innerhalb des Airbus-Konzerns die Kompetenz für die Ausstattung der Kabine angesiedelt sei. "Die technische Revolution findet in der Kabine statt, nicht im Cockpit", sagte Kutzim. Mit Kommunikationstechnik und Unterhaltungsangeboten wollten sich die Fluglinien von ihren Wettbewerbern abheben.

Nicht alles nur rosig

Trotz neuer Jobs - so rosig ist die Lage für Airbus nicht. Erst diese Woche hatten mehrere Medien berichtet, Boeing sei auf dem Weg, den Rückstand zum Rivalen Airbus wettzumachen. Einem Bericht der "Welt" zufolge gelang es Airbus 2005 zwar erneut, Boeing bei Auftragseingang und Auslieferungen zu übertreffen. Mit 1055 gegenüber 1002 bestellten Maschinen hatten die Europäer zum wiederholten Mal die Nase vorn. Doch trotz dieses Vorsprungs zeigten sich "immer deutlicher Defizite sowohl in der Produktpalette von Airbus als auch in den Ertragsperspektiven".

So räumte Airbus-Chef Gustav Humbert kürzlich ein, dass Boeing gerade bei den gewinnträchtigen Langstreckenflugzeugen einen Vorsprung habe. Der US-Konkurrent Boeing 777 verkaufe sich besser als der A340. "Während Boeing bei seinem Flaggschiff im vergangenen Jahr immerhin 154 Bestellungen ergattern konnte, brachte es Airbus gerade mal auf 15 Aufträge", berichtet der SPIEGEL.

Analysten kritisieren, Airbus habe seine Produktpalette zugunsten des Großraumflugzeugs A380 zu lange vernachlässigt. Außerdem würden die Fluggesellschaften bei Airbus vor allem kleinere Flugzeuge bestellen, die nicht so viel Gewinn brächten wie große. Deshalb täusche die Zahl der bestellten Flugzeuge über die tatsächliche Ertragssituation hinweg.

kaz/dpa-AFX