Flugzeugindustrie: Russen feiern Rollout des Superjet - DER SPIEGEL
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Flugzeugindustrie Russen feiern Rollout des Superjet

Mit dem Superjet will Russland wieder in die Oberliga der Flugzeugproduzenten aufsteigen. In der vergangenen Nacht war es endlich soweit. Vor einer exklusiven Schar geladener Gäste feierte der Regionalflieger sein Rollout.
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Moskau – Der Jet ist das erste russische Passagierflugzeug seit dem Ende der Sowjetunion. 1000 geladene Gäste aus der russischen Upperclass sowie ausländische Investoren waren eigens in den fernen Osten des Landes nach Komsomolsk-on-Amur gereist, um das Spektakel zu erleben.

Mit den Stars der Branche, dem Airbus A380 oder dem Dreamliner von Boeing kann der Superjet zwar nicht mithalten, doch ein erster Schritt zur Wiederbelebung der russischen Flugzeugindustrie ist er allemal. Suchoi-Chef Michail Pogossjan hält einen Weltmarktanteil von 15 Prozent bei Regionalflugzeugen für realistisch. "Wir wollen mehr als 1000 Superjets in Serie fertigen", sagte er im August auf der Flugzeugmesse MAKS in Moskau. 71 Bestellungen und 44 Optionen seien bereits eingegangen, bis Jahresende könnten es hundert sein. Speziell die Märkte Südostasiens hat Pogosjan im Visier. Dorthin hatte Russland bislang Kampfjets geliefert.

Der "Superjet", der rund 28 Millionen Dollar kosten soll, tritt gegen die etablierte Konkurrenz von Embraer (Brasilien) und Bombardier   (Kanada) an. Er bietet Platz für 78 bis 98 Passagiere und wurde von der russischen Firma Suchoi in Kooperation mit einstigen Gegnern aus dem Kalten Krieg gebaut, etwa dem US-Konzern Boeing  . Die Triebwerke stammen vom französischen Produzenten Snecma Motors, die Belüftung und die Flugsteuerung von Liebherr. Den Aufbau eines globalen Service- und Vertriebsnetzes soll die italienische Alenia Aeronautica übernehmen. Der Erstflug des Jets wird noch für dieses Jahr erwartet, die Zulassung durch europäische und US-Behörden im nächsten Jahr.

Auf der MAKS hatte sich die staatlich kontrollierte Flugzeugbauholding United Aviation Corporation (UAC) erstmals präsentiert, unter deren Dach rund 20 militärische und zivile Hersteller wie Iljuschin, Tupolev, Jakowlew, Suchoi und Irkut vereinigt sind. Der Staat hält 90 Prozent, will aber sein Aktienpaket auf 75 Prozent verringern. Für 2010 ist ein Börsengang geplant. EADS  , das an Irkut mit zehn Prozent beteiligt ist, könnte für diese Anteile an der UAC ein Paket von rund zwei Prozent erhalten.

mik/Reuters