Flugzeugkauf Indien vergibt Milliardenauftrag an Airbus
Neu-Delhi - Der entsprechende Vertrag wurde heute nach mehrjährigen Verhandlungen anlässlich des Besuchs von Frankreichs Staatspräsident Jacques Chirac auf dem Subkontinent unterzeichnet. Demnach bestellt Indian Airlines 20 Mittelstreckenflugzeuge des Typs A319, 19 vom Typ A321 und vier A320. Auf rund 2,5 Milliarden Dollar (2,1 Milliarden Euro) beziffert die Airbus-Mutter EADS den Deal mit der indischen Regierung. Das ist allerdings der Katalogwert, der tatsächliche Preis dürfte durch Rabatte niedriger liegen.
Für Indian Airlines, die überwiegend auf inländischen Strecken fliegt, ist es der erste Flugzeugkauf seit 15 Jahren. Das Unternehmen will durch die Airbus-Flugzeuge einen Teil seiner Flotte modernisieren, die unter anderem aus bis zu 25 Jahre alten Boeing 737 besteht.
Damit möchte Indian Airlines der privaten Konkurrenz Paroli bieten, die dem Staatskonzern in den vergangenen Jahren massiv Marktanteile abgenommen hat. Inzwischen ist der Ex-Monopolist bei Inlandsflügen mit 33 Prozent nur noch Nummer zwei hinter Jet Airways. Die indische Regierung rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einem jährlichen Anstieg des in- und ausländischen Flugverkehrs um 20 Prozent auf 50 Millionen Passagiere.
Erst Anfang des Jahres genehmigte die Regierung in Neu-Delhi den Plan der international fliegenden Staatsgesellschaft Air India, für 8,1 Milliarden Dollar (6,7 Milliarden Euro) 68 Flugzeuge vom US-Hersteller Boeing zu bestellen. Die Maschinen, darunter Langstreckenflugzeuge vom Typ Boeing 777, sollen ab November bis 2011 ausgeliefert werden. Airbus, deren Bewerbung bei Air India keinen Erfolg hatte, warf der Fluggesellschaft unfaire Wettbewerbsbedingungen vor.
kaz/AFP/dpa