Flugzeugkonzern: EADS steigerte 2008 seinen Umsatz - DER SPIEGEL
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Flugzeugkonzern EADS steigerte 2008 seinen Umsatz

Trotz Wirtschaftskrise hat der Flugzeugkonzern EADS 2008 seinen Umsatz kräftig gesteigert. Einziges Sorgenkind bleibt die Militärsparte. Derweil kursieren in Frankreich Gerüchte um eine vorzeitige Ablösung von Konzernchef Gallois. Grund: Ärger mit Präsident Sarkozy.
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Paris/München - Der Luftfahrtkonzern EADS   hat seinen Umsatz im vergangenen Jahr einem Zeitungsbericht zufolge um elf Prozent auf rund 43 Milliarden Euro gesteigert. Vier der fünf Sparten hätten besser als 2007 abgeschnitten, nur in dem für den Militärtransporter A400M zuständigen Bereich sei dies nicht gelungen, schreibt die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Angaben von EADS-Chef Louis Gallois in der Mitarbeiterzeitung. EADS   legt am morgigen Dienstag seine Bilanz vor. Der Konzern hatte Mitte Januar bereits 42 Milliarden Euro als Größenordnung genannt.

EADS-Chef Gallois: Sarkozy auf die Nerven gegangen

EADS-Chef Gallois: Sarkozy auf die Nerven gegangen

Foto: AP

Die Wirtschaftskrise könne laut Gallois dazu führen, dass bestimmte Meilensteine in der Langfristprognose bis 2020 später erreicht würden. An den Zielen werde aber festgehalten. EADS wollte bis 2020 den Umsatz auf rund 80 Milliarden Euro verdoppeln und den Anteil von Airbus an den Erlösen von rund zwei Dritteln auf 50 Prozent senken.

Vor Bekanntgabe der EADS-Jahreszahlen gerät Gallois indes unter Druck: In Frankreich wird über einen vorzeitigen Abgang des Konzernchefs spekuliert. Gallois sei Präsident Nicolas Sarkozy mit seinem Wunsch auf die Nerven gefallen, das Angebot des Flugzeugbauers Dassault Aviation für eine Beteiligung am Elektronikkonzern Thales zu überbieten, berichtet das Finanzblatt "La Tribune". Zudem habe Verteidigungsminister Hervé Morin dem EADS-Chef vorgeworfen, "seine Truppen nicht im Griff" zu haben. Ein EADS-Sprecher lehnte eine Stellungnahme auf Anfrage ab.

Der Rüstungsunternehmer Serge Dassault steht Sarkozy nahe und wird künftig gemeinsam mit dem Staat Thales beherrschen. Der Thales-Chef Denis Ranque, der bei Gallois und Airbus-Chef Thomas Enders als Partner hoch angesehen ist, dürfte dann seinen Job verlieren. Sarkozy könnte das nutzen, um die Chefs aller großen vom Staat abhängigen Rüstungskonzerne auszutauschen, schreibt "La Tribune".

Allerdings berge das die Gefahr neuer Spannungen mit den Deutschen. Im Sommer 2007 hatte Sarkozy mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) einen jahrelangen Machtkampf in der EADS-Führung mit einem Kompromiss beendet, der Gallois zum alleinigen Konzernchef und Enders zum alleinigen Airbus-Chef machte. Enders soll im August 2012 Gallois nachfolgen und dabei bei Airbus seinem Vize Fabrice Brégier Platz machen. Sarkozy könnte akzeptieren, dass Enders früher bei EADS ans Ruder komme, um Merkel einen Gefallen zu tun, meint "La Tribune". Allerdings hätte er wohl Schwierigkeiten, Enders seinen Willen aufzuzwingen.

kaz/dpa/dpa-AFX/AP