Flutkatastrophe: Börsen reagieren verhalten - DER SPIEGEL
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Flutkatastrophe Börsen reagieren verhalten

Nach der Flutkatastrophe haben die Aktienmärkte in Asien zunächst keine größeren Verluste verbucht. Beobachter sprechen von einem Schockzustand. Auch sind die Kosten noch nicht absehbar. Der Internationale Währungsfonds hat umfassende Hilfe für die betroffenen Staaten angekündigt.
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Tokio/Colombo - Die Börsen in Fernost haben am Montag mit leichten Kursabschlägen auf die Flutkatastrophe in Südasien reagiert. So hat der Aktienmarkt in Tokio am Montagvormittag leichter tendiert. Der Nikkei-Index für 225 führende Werte fiel um 21,57 Punkte oder 0,19 Prozent und lag zur Handelsmitte bei 11.344,14 Punkten. Vor allem Aktien von Tourismusunternehmen mussten teilweise kräftige Verluste hinnehmen. Auch Fluggesellschaften lagen im Minus.

Die Börsen in Indien und Indonesien reagierten kaum auf das Ereignis. Lediglich der Markt in Thailand notierte schwächer. Aus Respekt vor den Opfern der Flutwellen-Katastrophe bleibt die Börse in Sri Lanka am Montag geschlossen. Beobachter sprechen von einem Schockzustand an den Märkten.

Die wirtschaftlichen Folgen des Seebebens und der darauf folgenden Flutkatastrophe sind noch nicht absehbar. Die Rückversicherungsgesellschaften Münchener Rück   und Swiss Re   erklärten, es sei noch zu früh, um seriöse Schätzungen des Gesamtschadens abzugeben. Die "Financial Times Deutschland" berichtet, dass sich Assekuranzen dennoch auf hohe Kosten vorbereiten.

Der Schaden an Gebäuden und Straßen dürfte erheblich sein. Zudem hat die Flutwelle an den Küsten vor allem die Tourismuszentren getroffen. Für viele Staaten der Region stellt der Tourismus die wichtigste Einnahmequelle dar.

Am schwersten betroffen von der Naturkatastrophe sind Indien, Indonesien, Sri Lanka und Thailand. Aber schwere Schäden wurden auch aus Malaysia, Bangladesch, Myanmar und auf den Malediven gemeldet.

Dax-Titel könnten unter Druck geraten

Die Unsicherheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen dürfte den deutschen Aktienmarkt belasten. Touristik-Werte wie TUI  , KarstadtQuelle   und Lufthansa   stehen Händlern zufolge nach dem schweren Sumatra-Beben im Fokus.

Die Naturkatastrophe berge Risiken für Aktien der Reiseveranstalter und Fluggesellschaften in sich, sagte ein Frankfurter Aktienhändler. Der Winter sei die Hauptreisezeit für die Region und die Reiseveranstalter bieten eine Stornierung der Buchungen sowie frühzeitige Rückflüge an.

Auch die Rückversicherer und Versicherer rückten in den Blick. Vor allem Münchener Rück   und Hannover Rück   dürften durch die Schäden betroffen werden, hieß es weiter. Als Versicherer werde zudem die Allianz wohl mit betroffen sein.

IWF sagt umfassende Hilfe zu

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat den von der Flutwellen-Katastrophe betroffenen Ländern in Südasien umfassende Hilfe zugesagt. "Ich beabsichtige, jeden nur möglichen Beistand des IWF bereit zu stellen, um Südasien zu helfen, mit den Folgen des Erdbebens und der Flut fertig zu werden", sagte IWF-Chef Rodrigo Rato in seiner auf der IWF-Seite im Internet am Montag veröffentlichten Erklärung.

"Jede Nation in Südasien wird ihre besonderen Bedürfnisse haben. Der IWF steht bereit, seinen Teil an geeignetem Beistand für diese Nationen zu leisten, in dieser Zeit der Not." Rato sagte weiter, der für den Bereich Asien und Pazifik zuständige Beauftragte des IWF sei zusammen mit den jeweiligen örtlichen Vertretern angewiesen worden, unverzüglich Kontakt mit den Regierungen der betroffenen Länder aufzunehmen.

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