Flutkatastrophe: Britischer Versicherer-Verband befürchtet Milliardenkosten - DER SPIEGEL
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Flutkatastrophe Britischer Versicherer-Verband befürchtet Milliardenkosten

Noch immer ist nicht klar, wie hoch der Schaden, in Euro und Cent gemessen, wirklich ist, den die verheerende Flutkatastrophe in Südostasien angerichtet hat. Während die deutschen Rückversicherer von einem zweistelligen Millionenbetrag sprechen, geht der britische Branchenverband IUA von fünf bis zehn Milliarden Dollar aus.
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London - "Diese Zahlen sind ein Eindruck, den unser Vorstandschef aus Gesprächen mit den Verbandsmitgliedern und anderen Versicherern erhalten hat", sagte eine Sprecherin der International Underwriting Association (IUA). Der Verband repräsentiert internationale Versicherer, die in Großbritannien agieren.

Unter Experten stößt die Hochrechnung auf Skepsis. Die Belastungen für europäische Versicherer dürften gering ausfallen, sagte ein Londoner Analyst. "Viele der versicherten Schäden werden von lokalen Versicherern getragen werden." Überdies sei eine Summe bis zu zehn Milliarden Dollar recht hoch gegriffen.

Erst gestern hatte die Rating-Agentur Standard & Poor's (S&P) eine Analyse veröffentlicht, nach der trotz der weiter steigenden Zahl von Opfern keine größeren Belastungen für die Versicherer in der Region zu erwarten seien. Der versicherte Schaden werde insgesamt geringer ausfallen als bei anderen großen Naturkatastrophen im vergangenen Jahr.

Die in erster Linie betroffenen Küstengebiete in Indonesien, Indien und Sri Lanka weisen nach Angaben vieler Versicherer eine sehr geringe Versicherungsdichte auf. Deswegen hatten auch die deutschen Versicherungsunternehmen zuletzt das Risiko entsprechend niedrig eingeschätzt.

Die Münchener Rück, der weltgrößte Rückversicherer, erwartet eine Schadensbelastung durch das Beben im zweistelligen Millionenbereich, die Hannover Rück - Nummer Vier der Rückversicherungsbranche - ebenfalls. Auch die Allianz sieht keine signifikante Ergebnisbelastung.

Bei dem Seebeben sind nach den jüngsten Behördenangaben mindestens 145.000 Menschen getötet worden.