Folgen der Eurostärke Autobauer leiden am stärksten
Mannheim - Für eine entsprechende Studie befragte das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) 278 Analysten. Die Autobranche schnitt dabei am schlechtesten ab, weil sie einen Großteil ihrer Produktion im Dollarraum absetzt. Ihre Zulieferer arbeiten jedoch in Deutschland und müssen daher mit dem starken Euro bezahlt werden.
Aber auch andere, hauptsächlich in den Dollar-Raum exportierende Branchen wie der Maschinenbau sowie die Chemie-, Stahl- und Elektroindustrie müssen nach Angaben der ZEW mittelfristig mit erheblichen Ertragseinbußen rechnen. Von der Euro-Stärke kaum betroffen seien hingegen Branchen, die überwiegend den Euroraum mit ihren Waren und Dienstleistungen bedienen, also die Versorger, die Baubranche und die Versicherer.
Obwohl sich der Wechselkurs des Euro inzwischen wieder von seinen Höchstständen etwas entfernt habe, gebe es keinen "Grund zum Aufatmen" für exportierende Firmen. Für die kommenden sechs Monate prognostizierten die befragten Analysten im Durchschnitt einen Wechselkurs von 1,2350 US-Dollar - ein Niveau, das die Gewinne deutscher Exporteure weiterhin beeinträchtige.
Eine längerfristige Absicherung der Unternehmen gegen Wechselkursrisiken bewertet das ZEW als schwierig: Für entsprechende Verträge ließen sich in der Regel keine Vertragspartner finden. Es sei daher eher unwahrscheinlich, dass sich viele Unternehmen zu günstigen Konditionen gegen den derzeitigen hohen Euro-Kurs absichern konnten.
Dass die Europäische Zentralbank gegen den starken Euro am Devisenmarkt interveniert, lehnten die befragten Finanzanalysten dennoch ab. Nur 37 Prozent sprachen sich ab einem Wechselkurs von durchschnittlich 1,32 US-Dollar je Euro dafür aus.