Folgen der Flut: Ökonomische Schäden überschaubar - DER SPIEGEL
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Folgen der Flut Ökonomische Schäden überschaubar

Das verheerende Seebeben in Asien wird nach Einschätzung von Experten nur begrenzte Folgen für die Wirtschaft der Region haben - im Gegensatz zu der Katastrophe für die Menschen.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Tokio - Analysten erklären, dass sich die meisten der betroffenen Regionen in Süd- und Südostasien gerade von bürgerkriegsartigen Konflikten erholen und den Zerstörungen durch die Tsunami-Wellen weitgehend schutzlos ausgeliefert seien. "Da hier aber die ärmsten Landstriche in Süd-Asien betroffen sind und gleichzeitig keine wesentlichen Hafen-, Energie- und Rohstoffanlagen oder Tanker zerstört wurden, halten sich die wirtschaftlichen Folgen für Asien in Grenzen", erklärte Martin Schulz, Ökonom am Fujitsu Research Institute in Tokio.

"Das gegenwärtige Wachstumszentrum Asiens befindet sich in Ostasien und China und hier haben nicht einmal die zurzeit empfindlichen Börsen für mehr als einige Stunden auf die Katastrophe reagiert", betonte der Experte. "Wir sehen weniger ökonomischen Schaden als menschliche Tragödie", meinte auch der Ökonom Song Seng Wun.

Den größten ökonomischen Schock erleidet die Tourismus-Industrie, die besonders in Thailand, in Malaysia, Sri Lanka und den Malediven einen wichtigen Anteil an der Wirtschaftsleistung hat. Doch nach Ansicht der Fachleute werden auch die Folgen innerhalb nur weniger Monate verarbeitet sein.

Frühwanrsysteme sollen Küsten schützen

"Zweifellos werden die nationalen Behörden in den nächsten Monaten Frühwarnsysteme für Tsunamis in den wichtigsten Touristenzentren einrichten, so dass zumindest die ausländischen Touristen wesentlich besser gegen Überschwemmungen geschützt werden können", sagte Schulz. Besonders in den Zentren des ausländischen Tourismus wie dem thailändischen Phuket dürften sich die Gäste durch solche Vorsichtsmaßnahmen zurückgewinnen lassen.

Am härtesten trifft es Sri Lanka, wo bisher von mindestens 11.000 Toten ausgegangen wird. Die Tourismus-Industrie ist die viertgrößte Einkommensquelle des Landes. Ökonomen rechnen damit, dass das Wirtschaftswachstum nächstes Jahr von fünf auf vier Prozent sinkt. Da die Regierung nicht über genug Ressourcen verfüge, sei erst im übernächsten Jahr mit größeren Wiederaufbaumaßnahmen zu rechnen.

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