Fondsanbieter Keile für die Deka
Frankfurt am Main - "Diese Aussagen sind schlicht unzulässig", sagte Rüdiger H. Päsler, Geschäftsführer des BVI Bundesverband Investment und Asset Management, der Nachrichtenagentur dpa-AFX. "Ein Immobilienfonds muss gesetzlich mindestens 51 Prozent an Immobilien halten." Eine Auflösung sei dann möglich, wenn die Gesellschaft die Verwaltung des Fonds kündige; das gehe allerdings nur mit einer Frist von 13 Monaten ab Bekanntgabe.
Da all diese Voraussetzungen nicht erfüllt seien, habe ihn die Aussage von dem Deka-Chef Axel Weber "sehr überrascht", sagte Päsler. Weber hatte der "Financial Times Deutschland" gesagt, seine Gesellschaft prüfe den Verkauf weiterer Gebäude aus ihrem angeschlagenen Immobilienfonds. "Wenn wir weiter hohe Rückflüsse haben, werden wir mehr verkaufen", zitiert das Blatt Weber. Er schloss nicht aus, im Extremfall bei entsprechender Nachfrage alle Immobilien des sechs Milliarden Euro schweren Fonds zu veräußern.
"Rette sich, wer kann"?
Doch so einfach geht das nach Einschätzung von Päsler nicht: "Eine Liquidation muss zuerst im elektronischen Bundesanzeiger oder im Jahresbericht veröffentlicht werden." Erst nachdem dreizehn Monate abgelaufen seien, würde der Fonds auf die Depotbank übergehen. "Diese ist dann völlig frei in der Abwicklung und gibt den Erlös an die Anleger weiter."
Ein Zeitungsinterview sei nicht der richtige Rahmen, eine Liquidation ins Gespräch zu bringen, kritisierte Päsler. Denn die Immobilienfonds-Anleger seien ohnehin verunsichert. "Solche Aussagen gießen weiter Öl ins Feuer", sagte er. "Wir sind sehr bemüht, nach den hohen Rückflüssen, das Vertrauen in diese Anlageform zurückzugewinnen." Nun müssten die Deka-Anleger den Eindruck haben: "Rette sich wer kann."
Unterdessen sagte Thomas Neiße, Vorstandschef der Deka Investment, man wolle die Zahl der gegenwärtig rund 200 Publikumsfonds um die Hälfte reduzieren. Vor allem kleine und unrentable Fonds sollten geschlossen werden, er. Zu den möglichen Immobilienverkäufen heißt es laut einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung", der US-Investor Fortress sei am gesamten Bestand interessiert.