"Forbes"-Liste Heuschrecken mischen Milliardärsclub auf
Hamburg Der 51-jährige Gates führt die Liste bereits zum 14. Mal an. Sein Vermögen beläuft sich auf 59 Milliarden Dollar (42 Milliarden Euro). Das sind sechs Milliarden mehr als im Vorjahr. Auf Platz zwei landete erneut, jedoch mit deutlichem Abstand, der Investor und Chef von Berkshire Hathaway, Warren Buffett (77). Sein Vermögen: 52 Milliarden Dollar. Der Kasino-Mogul Sheldon Adelson (74) verteidigte den dritten Rang mit rund 28 Milliarden Dollar.
Dahinter folgt Oracle-Chef Larry Ellison (63) auf Platz vier, vor den beiden Gründern des Internetkonzerns Google, Sergey Brin (34) und Larry Page (34). Ihr Vermögen hat sich seit 2004 auf jeweils 18,5 Milliarden Dollar vervierfacht. Sie schnellten so vom 12. und 13. Platz im Vorjahr auf den fünften und sechsten Rang hoch. Damit sind die Google-Gründer die Jüngsten unter den Top Ten.
Den stärksten Aufstieg legte Kirk Kerkorian hin, der dieses Jahr wegen seiner Ambitionen in der Automobilbranche Schlagzeilen machte - er wollte Chrysler kaufen. Sein Vermögen hat sich binnen Jahresfrist auf 18 Milliarden Dollar verdoppelt. Das bedeutet nun Rang sieben statt 26. Dass der 90-Jährige seine Position verbessert hat, verdankt er seinen Kasino-Geschäften als Mehrheitsaktionär bei MGM Mirage, ein Unternehmen, das Rekordprofite in Las Vegas einfuhr.
Die Wal-Mart-Familie wird ärmer - ein wenig zumindest
Zu den Absteigern zählt dagegen die Walton-Familie, Gründer des Handelsriesen Wal-Mart: Erstmals seit 1989 schaffte es keines der Familienmitglieder unter die zehn reichsten US-Bürger. Mit 16,3 Milliarden Dollar liegen die Geschwister Jim (59) und Samuel Robson (63) sowie Schwägerin Christy Walton (52) gemeinsam auf Platz zwölf in der Liste der vermögendsten US-Bürger. Die 58-jährige Alice Walton (Platz 15) hat 200 Millionen Dollar weniger auf ihrem Konto.
Weiter unten auf der Liste hat nahezu die Hälfte der 45 Neulinge ihr Vermögen mit Hedge-Fonds und Private-Equity-Investments gemacht - noch scheint sich das Geschäft der "Heuschrecken" zu lohnen. Unter den Mitgliedern dieses Berufsstandes findet sich auch der Jüngste der gesamten "Forbes"-Liste: Der 33-jährige Hedge-Fonds-Manager John Arnold liegt mit 1,5 Milliarden Dollar auf Platz 317.
"Die Wall Street gibt in diesem Jahr die Richtung vor", sagte der zuständige Redakteur des Wirtschaftsmagazins, Matthew Miller. Niemand könne aber wissen, ob die Newcomer im nächsten Jahr auch noch dabei seien. "Das hängt ganz davon ab, wie sich der Markt entwickelt."
Die meisten Milliardäre haben ihr Vermögen selbst verdient
Zu Hollywoods reichsten Männern gehört "Star Wars"-Schöpfer George Lucas (63), der mit 3,9 Milliarden Dollar den 86. Rang belegt. Oscar-Preisträger Steven Spielberg (60) schaffte es mit drei Milliarden Dollar immerhin auf Platz 117.
Noch vor zwei Jahren lag die Eintrittshürde in den Club der 400 reichsten Amerikaner bei 900 Millionen Dollar. Im vergangenen Jahr schraubte sie sich erstmals auf die Milliardengrenze hoch. Laut "Forbes" verdienten die reichsten US-Bürger 2006 im Schnitt nochmals 23 Prozent dazu - zusammen rund 290 Milliarden Dollar. Ihr Gesamtvermögen beläuft sich somit auf 1,54 Billionen Dollar.
Laut "Forbes" leben in den USA heute insgesamt 482 Milliardäre. Nur 39 Frauen sind unter den Super-Reichen. 270 Milliardäre haben ihr Vermögen vollständig selbst angehäuft, 74 haben es geerbt.
koe/AFP/AP/dpa-AFX/Reuters