Ford Fiesta wird ohne britische Arbeiter produziert
London - Die Autoproduktion des britische Ford-Werkes in Dagenham wird bis Anfang 2002 eingestellt. Die Konzernleitung hat damit entsprechenden Befürchtungen der Gewerkschaften bestätigt. Insgesamt plant der Autokonzern nach eigenen Angaben die Streichung von 1900 Stellen, was für 1400 Mitarbeiter den Verlust ihres Arbeitsplatzes bedeuten würde.
Nach inoffiziellen Informationen will Ford an dem Standort östlich von London nur noch Dieselmotoren bauen. Die Produktion des bislang auch in Dagenham gefertigten Modells Fiesta soll ganz in das Ford-Werk in Köln verlagert werden. Die Abkehr von Ford würde in Dagenham langfristig 3500 Stellen kosten, befürchten die Gewerkschaften. Momentan sind in dem britischen Ford-Werk noch rund 8000 Mitarbeiter beschäftigt. "Dagenham ohne Autoproduktion ist wie ein Körper ohne Herz", sagte dazu der Gewerkschaftsführer Bill Morris. Arbeiter aus Dagenham drohten Ford bereits mit Protesten: "Wir werden die Entscheidung sicher nicht kampflos hinnehmen", sagte ein Arbeiter.
Ford-Konzernchef Jac Nasser hatte noch am Vorabend in Atlanta betont, Ford wolle sich nicht aus Dagenham zurückziehen. "Dagenham wird ewig bestehen", sagte er. Einen Abzug der Produktion wollte er zu diesem Zeitpunkt noch nicht bestätigen. Er sagte aber, Dagenham solle "die Veränderungen als Wiedergeburt sehen". Der Europachef von Ford, Nick Scheele, bezeichnete hingegen die Ertragslage des Werkes als "völlig inakzeptabel".
Nach dem Rover-Debakel gerät die britische Regierung nun erneut unter Druck. Premierminister Tony Blair hatte bereits angekündigt, die Regierung werden alles tun, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Im Falle von Entlassungen versprach er sogar finanzielle Hilfe vom Staat.