Ford / Firestone: Streit über tödliche Unfälle - DER SPIEGEL
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Ford / Firestone Streit über tödliche Unfälle

Mit gegenseitigen Vorwürfen im US-Kongress haben Ford und der Reifenfabrikant Firestone ihre Fehde bezüglich der Verantwortung für eine Serie tödlicher Autounfälle fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand die Entscheidung von Ford, 13 Millionen Firestone-Reifen zu ersetzen.
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Washington - "Gute Reifen durch andere zu ersetzen ist eine Ablenkungstaktik, die die Verbrauchersicherheit nicht erhöht", sagte Firestone-Chef John Lampe. Ford macht die Firestone-Reifen für die Unfälle verantwortlich, bei denen in den USA in den vergangenen zehn Jahren mindestens 203 Menschen ums Leben kamen und mehr als 700 verletzt wurden.

Firestone glaubt an einen Baufehler bei den Geländewagen vom Typ Ford Explorer. Der Ausschussvorsitzende Billy Tauzin warf Ford vor, die Reifen mit Marken zu ersetzen, die weniger sicher sind als die Firestone-Reifen. Ford-Konzernchef Jacques Nasser wies diesen Vorwurf zurück und verlangte Beweise. Die Rückrufaktion, die das Unternehmen mehr als zwei Milliarden Dollar kostet, sei vielleicht sehr umfangreich, aber nötig gewesen, um das Vertrauen der Autofahrer zurückzugewinnen. Eine Million Reifen seien bereits ersetzt worden.

Beide Hersteller sind mit zahlreichen Schadenersatzklagen konfrontiert. Am Montag verklagte eine Familie in Florida Firestone auf eine Milliarde Dollar. Zwei Familienmitglieder waren bei einem Unfall ums Leben gekommen. "Dies ist ein Reifenproblem, kein Fahrzeugproblem", sagte Nasser mehrfach während der mehr als achtstündigen Anhörung im Energie- und Handelsausschuss des Repräsentantenhauses.

Ford habe bei ausgiebigen Tests 1183 Mal Probleme mit Firestone-Reifen gehabt, nur zweimal mit anderen Marken. Die Reifen seien auf den gleichen Fahrzeugen und unter gleichen Bedingungen getestet worden. Nach Angaben von Firestone waren die beanstandeten Reifen jedoch auch auf dem Ford Ranger montiert. Trotzdem sei die Unfallrate mit dem Explorer achtmal höher gewesen. Firestone habe bei eigenen Tests festgestellt, dass der Explorer sich nach einem Reifenschaden wesentlich öfter überschlage als andere Autos.

Die Verkehrssicherheitsbehörde hatte den Reifenhersteller nach einer Serie von Unfällen durch geplatzte Reifen im vergangenen Jahr aufgefordert, 6,5 Millionen Reifen zurückzurufen. 80 Prozent waren auf Explorer montiert, einen der meistverkauften Geländewagen der Welt. 97 Prozent sind seitdem ersetzt worden. Die Verkehrssicherheitsbehörde leitete eine Untersuchung zu den Reifen ein. Das Ergebnis soll im nächsten Monat bekannt gegeben werden.