Ford: Rekordstrafe für tödlichen Dachschaden - DER SPIEGEL
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Ford Rekordstrafe für tödlichen Dachschaden

Ein kalifornisches Gericht hat den Autobauer Ford verurteilt, 290 Millionen Dollar für einen tödlichen Unfall zu zahlen. Dem Konzern wird vorgeworfen, nicht vor den Risiken eines Wagens gewarnt zu haben, der beim Überschlag "wie ein Pfannkuchen zusammengedrückt wurde".
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San Franscisco - Der Geländewagen vom Typ Ford Bronco stammte aus dem Jahr 1978, der Unfall ereignete sich 1993. Seitdem zieht sich das in den USA viel beachtete Verfahren hin - und es wird wohl noch einige Zeit fortdauern. Denn die Anwälte das weltweit zweitgrößten Autokonzerns kündigten an, das Urteil anzufechten und vor den Obersten Gerichtshof zu ziehen.

Am Mittwochnachmittag amerikanischer Zeit hat das höchste Gericht im Bundesstaat Kalifornien allerdings ein früheres Urteil bestätigt. Demnach muss 290 Millionen Dollar Schadenersatz an die Hinterbliebenen des Unfalles zahlen, bei dem in der Nähe von Sacramento drei Menschen starben und zwei schwer verletzt wurden. In Verfahren dieser Art war es nach Angaben von Ford die höchste Summe, die Hinterbliebenen bisher zugesprochen wurde. Ein Ford-Anwalt nannte die Summe extrem und verfassungswidrig. Die Richter gaben keinen öffentlichen Kommentar zu dem Urteil ab.

Die Jury im früheren Prozess hatte den Konzern wegen "verabscheuungswürdiger" Geschäftspraktiken für schuldig befunden. Der Bronco habe dazu geneigt, sich zu überschlagen, und dabei nicht genügend Schutz geboten.

Bei Unfällen sei der Wagen so extrem zusammengedrückt worden, dass die Insassen kaum eine Überlebenschance gehabt hätten, sagte der Anwalt der Kläger. Sie werfen Ford vor, von der Schwäche der Dachkonstruktion seit langem gewusst zu haben. Trotzdem habe der Konzern alte Bronco-Modelle nicht zurückgerufen und den Wagen sogar weiter verkauft.