Formel 1: Auto-Hersteller machen Front gegen Kirch - DER SPIEGEL
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Formel 1 Auto-Hersteller machen Front gegen Kirch

Die bisher in der Formel 1 engagierten Autohersteller machen Ernst mit der Gründung einer Konkurrenz-Serie. Wenn die Senderechte für die bisherigen Top-Rennen des Automobilsports an Wert verlieren, wird es für den Fernsehkonzern von Leo Kirch eng.
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Turin - Die Konzerne haben am Mittwoch eine gemeinsame Firma gegründet, die nach Aussage von Fiat-Chef Paolo Cantarella so schnell wie möglich eine neue Rennserie für einsitzige, offene Autos etablieren soll. Cantarella, der auch Vorsitzender der Vereinigung der europäischen Autohersteller (Acea) ist, erklärte, dass alle in der Formel 1 aktiven Hersteller der Gründung der neuen Firma zugestimmt hätten.

Die in der Königsklasse engagierten europäischen Hersteller BMW, DaimlerChrysler, Fiat, Ford und Renault machen damit ihre Drohungen wahr, nach der Übernahme von 75 Prozent der Formel-1-Holding Slec durch die Medienkonzerne EM.TV und KirchGruppe, der Formel 1 zu Gunsten einer eigenen Serie den Rücken zu kehren. Die Konkurrenzserie könnte nach Angaben von Cantarella innerhalb eines Jahres etabliert werden.

Die Konzerne haben Angst, dass Kirch die Formel 1 zukünftig ins Pay-TV verschieben könnte, um seinen Abo-Kanal Premiere World zu stärken. Die KirchGruppe hatte entsprechende Pläne dementiert und erklärt, die Rennen würden auch über den bis 2003 laufenden Vertrag des Kölner Privatsenders RTL weiterhin im Free-TV übertragen. Zudem hatten EM.TV und die KirchGruppe Bereitschaft signalisiert, Anteile an Slec an das Herstellerkonsortium weiterzugeben.

Auch Max Mosley betrachtet das Projekt mit Wohlwollen. Der Präsident des Automobil-Weltverbandes hatte erst am Montag in Wien erklärt, dass es mehr Sinn machen würde, wenn die Automobilkonzerne die Mehrheit an der Formel 1 hätten anstatt ein TV-Konzern.

Unterdessen sieht EM.TV die Gespräche über den Einstieg der Automobilhersteller in die Formel-1-Gesellschaft SLEC noch nicht als gescheitert an. Überdies seinen deren Teams bis 2007 vertraglich an die Formel 1 gebunden, erklärten Unternehmenssprecher von EM.TV und der KirchGruppe am Mittwoch übereinstimmend. Darüber hinaus wollten beide Sprecher zu der Entscheidung keine Angaben machen.