Formel 1: Banken planen Klagen gegen Ecclestone - DER SPIEGEL
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Formel 1 Banken planen Klagen gegen Ecclestone

Obwohl drei Großbanken die Mehrheit an der Muttergesellschaft der Formel 1 besitzen, können sie ihre Mitspracherechte gegen Bernie Ecclestone nicht durchsetzen. Deshalb wollen die Banken gegen den Gründer der Rennserie jetzt vor Gericht ziehen.
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Hamburg - Die Klagen der Bayerischen Landesbank sowie der US-Investmentbanken JP Morgan und Lehman Brothers könnten zu Schadenersatzforderungen im hohen dreistelligen Millionenbereich führen, schreibt die "Financial Times Deutschland".

Nach der Pleite des Kirch-Konzerns hatten die Banken 75 Prozent an der Formel-1-Muttergesellschaft SLEC erhalten, Ecclestone hält über seine Holding 25 Prozent. Dennoch können die Mehrheitseigner ihre Mitspracherechte offenbar nicht durchsetzen: Sie hätten praktisch keinen Einfluss auf die Geschäftspolitik und könnten die Anteile nicht wie geplant verkaufen, schreibt die Zeitung. Durch die neuen Klagen soll der Druck auf Ecclestone erhöht werden, stärker mit den Banken zu kooperieren.

Die Gewinne der Rennserie fließen derzeit ausschließlich in die Tilgung einer Anleihe über 1,6 Milliarden Dollar. Sollten die Autohersteller und Formel-1-Teams ihre Drohung wahr machen und ab 2006 eine eigene Rennserie gründen, würden die Banken auf dann vermutlich wertlosen Anteilen an der Formel 1 sitzen.

Verkauf an Private-Equity-Gesellschaft möglich

Für die Banken kann sich das riskante Engagement aber noch lohnen. Bleiben Hersteller und Teams bei der Stange und ist die Anleihe abbezahlt, habe die Rennserie nach internen Berechnungen, so die "Financial Times Deutschland", einen Wert von drei Milliarden Euro. Die beteiligten Banken kommentierten die Angaben nicht.

Nach Informationen der Zeitung sind die beteiligten Banken inzwischen von ihren Börsenplänen für die Formel 1 abgerückt. Ein Börsengang sei selbst unter günstigsten Umständen vor dem Jahr 2008 nicht möglich.

Die Banken bevorzugen deshalb den Verkauf ihrer SLEC-Anteile an einen Investor außerhalb der Börse, heißt es. Als Käufer kämen Private-Equity-Gesellschaften, Rechtebetreiber-Gesellschaften oder Medienfonds in Betracht.