Formel 1: Ecclestone will Frieden - DER SPIEGEL
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Formel 1 Ecclestone will Frieden

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone will den Machtkampf um die Rennserie offenbar beenden. Er verspricht den Herstellern Garantien.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

London - Ecclestone machte ein Friedensangebot an die unzufriedenen Automobilhersteller. "Setzen wir uns an einen Tisch. Sie bekommen die Garantien, die sie wollen, auch wenn sie nur eine Aktie kaufen", sagte der Brite der Zeitschrift "Auto, Motor und Sport".

Einer konkurrierenden Rennserie gibt der Formel-1-Chef keine Chance: "Die meisten Teams und Fahrer werden lieber in einer Meisterschaft fahren, die schon Fangio, Senna oder Schumacher gewonnen haben", sagte er. "Die Formel 1 wäre Olympia, die Herstellerserie irgendein Leichtathletikfest", so Ecclestone.

Vor knapp zwei Wochen hatte die Hersteller-Vereinigung ACEA, in der neben DaimlerChrysler (McLaren-Mercedes) auch Fiat (Ferrari), Renault (Benetton-Renault), BMW (Williams-BMW) und Ford (Jaguar) vertreten sind, die neue Formel-Gesellschaft Newco gegründet, um die seit einigen Wochen propagierte Gegenserie schnell vorzubereiten.

"Was sie jetzt machen, ist ein Schuss aus der Hüfte. Sie sind dabei, dieses Schaufenster für ihre Marke und ihre Produkte zu zerstören", kommentierte Ecclestone die Kampfansage der Hersteller.

Mitte April hatte der Automobil-Weltverband FIA die Vermarktungsrechte in einem 100-Jahre-Vertrag für umgerechnet über 600 Millionen Mark an die mehrheitlich von der KirchGruppe beherrschte Holding SLEC, die ursprünglich Ecclestone gehörte, abgegeben. Die Hersteller fürchteten, dass die Formel 1 im Bezahl-Fernsehen verschwindet und drohten mit der Gegenserie.

Für Ecclestone ist die Angst der Hersteller vor der KirchGruppe, die gemeinsam mit EM.TV 75 Prozent an SLEC besitzt, jedoch völlig unbegründet: "Kirch wird die Formel 1 im gebührenfreien Fernsehen laufen lassen. Da zwingt ihn schon die EU-Kommission dazu."