Formel 1 Kirch übernimmt das Steuer
München - EM.TV hat wie angekündigt weitere Anteile der Zwischenholding Speed an die Kirch-Gruppe abgetreten. Das bestätigte ein Kirch-Sprecher. Der Anteil Leo Kirchs an Speed steigt damit von 49 Prozent auf 77,7 Prozent. Dadurch erhöht sich der Anteil an der Formel-1-Vermarktungsgesellschaft SLEC auf 58,3 Prozent. Damit besitzt der öffentlichkeitsscheue Münchner Unternehmer mittelbar die Mehrheit an der Formel 1.
Die Kirch-Gruppe hatte sich im Zuge ihres Einstiegs bei EM.TV an der Formel-1-Vermarktungsgesellschaft SLEC beteiligt. Dazu übernahm sie 49 Prozent der Anteile an der Holdinggesellschaft Speed, die zuvor im Alleinbesitz von EM.TV war. Speed hält 75 Prozent an der SLEC, die restlichen Anteile liegen bei Formel-1-Organisator Bernie Ecclestone. Kirch hatte seit längerem angekündigt, durch die Nutzung einer mit EM.TV vereinbarten Option die Mehrheit an der Formel 1 übernehmen zu wollen. Von diesem Recht machte die Kirch-Gruppe nun Gebrauch und wandelte ein Darlehen an EM.TV in Höhe von 1,07 Milliarden Dollar in Anteile an Speed um.
Ende des Formel-1-Abenteuers für EM.TV
Dem angeschlagenen Medienkonzern EM.TV verbleibt somit nur noch eine reine Finanzbeteiligung von 16,7 Prozent an der Formel 1. Der neue Konzernchef Werner Klatten hatte bereits angedeutet, dass auch diese zwecks Schuldenabbaus verkauft werden könnte. Durch die Umwandlung des Darlehens der Kirch-Gruppe in Speed-Anteile sei die Zinsbelastung für EM.TV erheblich reduziert worden, sagte Klatten. "Wie bereits angekündigt, ist damit ein weiterer Schritt zur Konzentration auf das Kerngeschäft eingeleitet." Für EM.TV ist die Reduzierung der Anteile an der Formel 1 nach Angaben einer Sprecherin einer der wichtigsten strategischen Schritte der Restrukturierung. EM.TV hatte sich seine Beteiligung im März 2000 für etwa 3,3 MilliardenMark gesichert und sich damit nach Einschätzung von Branchenkennern stark übernommen.