Formel-1-Rechte: Autohersteller lenken ein - DER SPIEGEL
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Formel-1-Rechte Autohersteller lenken ein

Im Streit um die Formel-1-Rechte wollen sich die Autohersteller offenbar doch mit der KirchGruppe an einen Tisch setzen. DaimlerChrysler signalisierte Gesprächsbereitschaft.
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Stuttgart - Autohersteller und KirchGruppe hätten ein gemeinsames Interesse, dass die Formel 1 ein weltweit einzigartiges Ereignis bleibe, sagte Mercedes-Chef Jürgen Hubbert. Insofern werde man sich mit dem Münchener Medienrechtehändler Leo Kirch über die Live-Übertragung der Königsklasse des Rennsports einigen müssen. Anfang der Woche hatte Hubbert noch sämtliche Gespräche mit den Münchnern abgelehnt: "Ich will nicht von Kirch kaufen, ich kenne Kirch nicht, und ich bin nicht an Kirch interessiert."

Fiat-Chef Paolo Cantarella hatte ebenfalls angedroht, dass die European Car Manufacturers Association (ACEA) eine eigene Rennserie organisieren werde, sollte Kirch die Kontrolle über die Fomel-1-Holding SLEC erlangen. Die KirchGruppe hält seit Donnerstag über den einstigen Börsenstar EM.TV 75 Prozent an der SLEC, die die Übertragungsrechte an dem Rennzirkus vergibt.

In Medienberichten war auch darüber spekuliert worden, ob der Weltverband der Automobilindustrie (FIA) der KirchGruppe noch anderweitig einen Strich durch die Rechnung machen könnte. Die FIA kann nach dem Kirch-Einstig binnen 60 Tagen SLEC die Rechte an der Formel 1 kündigen. Im Gegenzug könnten die fünf großen Autohersteller BMW, DaimlerChrysler, Fiat, Ford und Renault die Rechte erhalten.

Die Autohersteller befürchten, dass Kirch die Formel Eins nur noch in seinem Bezahlfernsehen Premiere World zeigen will. Kirch-Vorstandsmitglied Dieter Hahn gab sich allerdings größte Mühe, diese Ängste zu zerstreuen: "Wir haben kein Interesse daran, wesentliche Veränderungen durchzuführen. Die Formel 1 ist ein Zuschauer-Magnet mit mehr als einer Milliarde Zuschauer pro Rennen. Wir wären verrückt, wenn wir an dieser Konstellation etwas ändern würden."