France Télécom Kaufrausch nach Gerüchten
London - Die französische Regierung könnte in Sachen France Télécom bald die Nase voll haben von niedrigen Aktienwerten und ständiger Kritik. Es gäbe Überlegungen, den Konzern zurückzukaufen, berichtet die britische "Financial Times" unter Berufung auf Regierungskreise. Daraufhin kletterten die Papiere bis 10.45 Uhr um 18,45 Prozent auf 11,17 Euro. Sowohl das Wirtschafts- als auch das Finanzministerium Frankreichs haben diese Absicht bereits dementiert.
Der Schritt solle erfolgen, falls sich das Marktumfeld um den Telekommunikationskonzern in der nächsten Zeit nicht erhole, hieß es in dem Zeitungsbericht. Der Staat hoffe, mit der Wiederverstaatlichung die Vertrauenskrise der Kapitalmärkte gegenüber dem Unternehmen lösen zu können.
"Dies ist zwar nur eine der möglichen Optionen bei France Télécom, doch eine recht wahrscheinliche", sagte ein Frankfurter Analyst. "Allerdings darf man auch nicht außer Acht lassen, dass Nachrichten manchmal einfach nur den Kurs stützen sollen. Diesen Zweck hat die Nachricht ja bereits erfüllt", sagte ein anderer Analyst.
Auch finanziell könnte ein vollständiger Rückkauf der France-Télécom-Anteile sinnvoll sein. Der Rückkauf wäre beim jetzigen Kurs der Platzierung einer Jumbo-Anleihe vorzuziehen, schreibt die "Financial Times". Zu dieser Anleihe, die den Konzern um 14 bis 15 Milliarden Euro entlasten würde, müsste die Regierung rund acht Milliarden Euro beisteuern. Der französische Staat hält noch 56 Prozent von France Télécom, die restlichen 44 Prozent werden an der Börse derzeit mit rund 4,5 Milliarden Euro bewertet.
Vergangene Woche hatten die Ratingagenturen Standard & Poor's und Moody's die Kreditwürdigkeit des französischen Konzerns zurückgestuft.