Französische Regierung Europa hat Mitschuld an MobilCom-Misere
Paris/Büdelsdorf - "Europa hat nicht den Mut gehabt, intelligente Lösungen vorzuschlagen, so dass jedes Land dann auf seine unabhängige Weise vorgegangen ist", sagte der Minister am Freitag gegenüber dem Radiosender RTL unter Anspielung auf unterschiedliche und äußerst teure UMTS-Lizenzen.
"Frankreich war schließlich eines der Länder, die bei den Lizenzen noch am verantwortlichsten gehandelt haben, indem wir wesentlich billigere Lizenzen vorgeschlagen haben, sagte Mer. "Der deutsche und der englische Staat dagegen haben von privatem Geld profitiert, und das waren, man höre und staune, jeweils 50 Milliarden Euro."
Der Minister kündigte an, dass der scheidende France-Télécom-Chef Michel Bon Ende September oder Anfang Oktober abgelöst wird. Er äußerte sich nicht zu einem möglichen Nachfolger.
France Télécom hat im ersten Halbjahr einen Rekordverlust von 12,2 Milliarden Euro verbucht. Der Schuldenstand erhöhte sich bis Ende Juni auf 69,7 Milliarden Euro. Die Aktie von France Télécom verlor nach der Eröffnung der Pariser Börse 4,99 Prozent auf 10,10 Euro. Der Markt zeigte sich enttäuscht über fehlende Maßnahmen zur Krisenbewältigung.