BAHN Franzosen wollen Interregio retten
Erstmals droht der Deutschen Bahn im Personenfernverkehr Konkurrenz aus dem Ausland. In dieser Woche wollen ein französischer und ein britischer Transportkonzern über ein Heidelberger Planungsbüro den Bundesländern anbieten, Teile des Interregio-Netzes zu übernehmen. Hintergrund: Bahnchef Hartmut Mehdorn hält die bundesweit fahrenden Interregios (IR) für zu teuer und will sie streichen, weil die Länder sich weigern, sie aus ihren Nahverkehrsbudgets zu subventionieren. Die vom Heidelberger Planungsbüro URS Nahverkehrsberatung erarbeiteten Angebote betreffen etwa die Strecken München-Leipzig, Magdeburg-Berlin und Karlsruhe-Konstanz. Interregios und Regional-Express-Züge fahren hier meist im stündlichen Wechsel. Allein die hohen Länderzuschüsse für den Regional-Express reichen nach den URS-Berechnungen aus, um künftig die betroffenen Interregios im Stundentakt wirtschaftlich zu betreiben. Die Bewerber halten eine schnelle Inbetriebnahme für möglich. So stehen für die Strecke Magdeburg-Berlin laut Angebot »35 Reisezugwagen« sowie »5 E-Lokomotiven der Baureihe 146« von Adtranz kurzfristig zur Verfügung.