Fraport-Börsengang Leiser Start der "Lärmaktie"
Frankfurt am Main - Die erste deutsche Flughafenaktie notierte am Montagmittag mit 35,05 nur leicht über dem Ausgabepreis von 35 Euro. Für Frühzeichner, die nur 34 Euro zahlen mussten, fiel das Plus allerdings entsprechend größer aus. Vor der Deutschen Börse protestierten unterdessen Dutzende Gegner des Airportausbau gegen die "Lärmaktie", wie sie das Papier nannten.
Fraport-Chef Wilhelm Bender zeigte sich mit dem Start der Aktie dennoch zufrieden. Trotz des schwierigen Marktumfeldes seien die Erwartungen bei der Zeichnung übertroffen worden. Das Papier war 8,5-fach überzeichnet. Der Börsengang sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg, bis 2005 im internationalen Vergleich vom derzeit siebenten Platz auf Rang drei aufzusteigen.
Bei der mit einem Volumen von rund 914 Millionen Euro zweitgrößten Neuemission in diesem Jahr wurden 22,7 Millionen Aktien verkauft. Angesichts der Größe gilt der Börsengang auch als Stimmungstest an den Märkten, die sich am Montag allerdings zunächst lustlos zeigten. Der Dax lag gegen Mittag mit 0,48 Prozent im Plus und der Nemax 50 mit 0,90 Prozent im Minus.
Institutionelle Anleger aus Deutschland, Europa und USA orderten den Angaben zufolge insgesamt 167,5 Millionen Stück und Privatanleger 25,1 Millionen, was 13 Prozent der Gesamtnachfrage entspricht. Die bevorzugten Privatanleger aus der Rhein-Main-Region bestellten sieben Millionen Papiere - rund 28 Prozent der gesamten privaten Nachfrage. Etwa 56 Prozent der fast 14.000 Fraport-Mitarbeiter erhielten Aktien im Rahmen des für sie eingerichteten Beteiligungsprogramms.
Grundlage für den Ausbau
Nach dem Börsengang befinden sich rund 26,2 Prozent der Fraport-Papiere im Streubesitz. Dieser Anteil soll nach vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption auf 29 Prozent erhöht werden. Die übrigen Aktien werden weiterhin vom Land Hessen, der Stadt Frankfurt am Main und vom Bund gehalten. Deren Kontingent beträgt dann letztlich 32,1 beziehungsweise 20,5 und 18,4 Prozent. Bundesverkehrsminister Kurt Bodewig sagte, mit dem Börsengang seien die finanziellen Voraussetzungen für die weitere Entwicklung und Kapazitätserweiterung des Flughafens Frankfurt geschaffen. Der Bund bleibe mittelfristig beteiligt. Im Vordergrund stehe eine stabile Entwicklung des Unternehmens. Zur umstrittenen Novelle Lärmschutzverordnung, von der der Flughafen zusätzliche Kosten in Milliardenhöhe befürchtet, wollte sich der Minister nicht äußern.
Der Börsengang dient vor allem der Finanzierung des geplanten Flughafenausbaus in Frankfurt sowie der weltweit vorangetriebenen Expansion von Fraport über Tochtergesellschaften, Beteiligungen und Kooperationen. Der Ausbau des Airports ist bei den Anwohnern der Region allerdings weiterhin umstritten.