Freenet: Putsch gegen den Vorstand steht vor dem Scheitern - DER SPIEGEL
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Freenet Putsch gegen den Vorstand steht vor dem Scheitern

Im Kampf um die Macht bei Freenet glauben offenbar selbst die beiden Angreifer United Internet und Drillisch nicht mehr an einen schnellen Sieg. Der Putsch, den sie gegen den Vorstand angezettelt haben, steht nach SPIEGEL-Informationen vor dem Scheitern.
Von Klaus-Peter Kerbusk und Janko Tietz
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Hamburg - Es sah so aus, als könnte am kommenden Freitag das Ende von Eckhard Spoerr als Freenet-Chef gekommen sein. United Internet (UI) hatte per Gerichtsbeschluss durchgesetzt, dass auf der anstehenden Freenet-Hauptversammlung über die Absetzung des Vorstands und des kompletten Aufsichtssrats abgestimmt werden muss. UI-Chef Ralph Dommermuth wirft Freenet-Chef Eckhard Spoerr vor, "im großen Stil Aktionärsvermögen verbrannt" zu haben.

Der gemeinsame Anteil von UI und der mit dem Unternehmen verbündeten Drillisch von knapp 26 Prozent an Freenet reicht für den Putsch aber nicht aus. Und weder Drillisch-Chef Paschalis Choulidis noch Dommermuth glauben, dass sich am Freitag genügend Kleinaktionäre oder institutionelle Anleger hinter sie stellen. Allenfalls für den Sturz des umstrittenen Freenet-Aufsichtsratschefs Helmut Thoma soll sich eine Mehrheit finden.

Der Rauswurf des Vorstands dagegen erscheine vielen Aktionären zum jetzigen Zeitpunkt wahrscheinlich zu riskant, da Spoerr gerade erst mit den Vorbereitungen für den seit langem geplanten Verkauf des DSL-Geschäftes begonnen und sich damit schwer ersetzbar gemacht habe.

"Mangelnde Cleverness kann man Spoerr nicht vorwerfen, wenn es um die Rettung seines eigenen Postens geht", schimpft Dommermuth. Spoerr, der 2007 laut Geschäftsbericht 4,4 Millionen Euro verdient hat, kontert: "Die Konkurrenten, die sich als Großaktionäre bei uns eingenistet haben, haben sich schlicht verzockt."