Führungswechsel LBBW-Chef Jaschinski muss gehen
Stuttgart - Bittere Stunden für Siegfried Jaschinski. Die Träger der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) haben beschlossen, seinen Vertrag nicht zu verlängern. Das bestätigte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) am Freitag in Stuttgart. Eine Verlängerung des Vertrages würde zu "nicht kalkulierbaren Folgen" führen.
Neuer Vorstandschef wird Hans-Jörg Vetter, der aktuell der Landesbank Berlin vorsteht. Unter seiner Ägide schaffte die LBB die Trendwende aus den tiefroten Zahlen. Das einst skandalumwitterte Geldhaus schreibt seit 2004 wieder Gewinne. Lohn der Umstrukturierung war der stattliche Preis von 5,3 Milliarden Euro, für den Berlin den Mehrheitsanteil an seiner Landesbank im Juni 2007 an die deutschen Sparkassen verkaufte.
Jaschinskis Vertrag endet nach einer Laufzeit von fünf Jahren zum Jahresende. Über eine mögliche Verlängerung hatte es in den vergangenen Wochen vor allem in der Landesregierung heftige Diskussionen gegeben.
Jaschinski war seit Anfang 2005 Chef der größten deutschen Landesbank. Die im Südwesten mitregierende FDP hatte den Abgang des bisherigen Vorstandschefs verlangt. Sie machte ihn für den Verlust von knapp 2,1 Milliarden Euro im vergangenen Jahr verantwortlich - und machte eine Ablösung Jaschinskis zur Bedingung dafür, dass sie einer Landeslösung zur Abschirmung von riskanten Wertpapieren bei der Bank in Höhe von 12,7 Milliarden Euro zustimmt.
Oettinger, die baden-württembergischen Sparkassen und die Stadt Stuttgart wollten dagegen an ihm festhalten. Der CDU-Politiker sagte, die Liberalen hätten bei den Verhandlungen eine Grenze überschritten. Er habe aber keine Kampfabstimmungen oder Mehrheitsentscheidungen gewollt. Deshalb habe man sich gegen eine Vertragsverlängerung entschieden.